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Poetry Slam - Julian Heun, Lassmann
Ich kannte Julian Heun nicht. Seinen Records zufolge eine Bildungslücke. Gestern habe ich ihn live gesehen - und tja..., der "Lassmann" ist echt alles, wovor sich ein Mann fürchtet: "… Verpasste Möglichkeiten ziehen wie Kunstfliegerformationen in einem Looser-L vorüber, all die Frauen, die ich mich nicht anzusprechen getraut habe ziehen in einer Reihe an mir vorbei, all die Eierköppe, die ich nicht Eierköppe genannt habe, ziehen in einer anderen Reihe an mir vorbei, dann küssen die Frauen die Eierköppe und die verpassten Möglichkeiten fliegen als Herzformation darüber… ". Hier in voller Länge.
Information Architecture Diaries: Die Corporate Content-Timeline
In großen Content-Projekten kommt irgendwann unweigerlich der Punkt, an dem man Nachrichtenportale beneidet. Wie schön, wenn so einfache Sortierkritierien wie Aktualität alles overrulen. - Und so funktionieren nicht nur Nachrichtenportale. Twitter, Facebook, Google Plus, alle möglichen sozialen Dienste gewichten Aktualität stark und nutzen Relevanz oder Nähe zur Korrektur. Inhaltliches spielt kaum eine Rolle. - Lässt sich davon für die Organisation von Unternehmenscontent gar nichts anwenden?
Gehen wir nach Produkten oder nach Prozessen? Aufbauorganisationen sind schon lange ein NoNo, genau so wie die Organisation nach Kundengruppen.
Es gibt jetzt klassische Ansätze, dioe bewährtesten gehen grundsätzlich prozessorientiert vor, verwenden Produktgruppen und manchmal doch auch Kundenklassen oder Zielgruppen als zusätzliche Sortierkritieren und versuchen immer die Frage zu beantworten: Wer braucht diesen Content eigentlich? Und wann? Innerhalb des Unternehmens lässt sich dabei klar sagen: Die meisten Inhalte werden von vergleichsweise wenigen und ziemlich selten gebraucht. Sie sind für neue Mitarbeiter interessant, sie sind in Sonderfällen und bei nicht alltäglichen Aufgaben interessant (zu denen es allerdings auch selten Regelungen gibt), und sie werden kurzfristig wieder interessant, wenn es Updates gibt.
Vor allem der letzte Punkt führt mich zu einem Experiment im Intranet: Warum nicht auch Unternehmenscontent als Timeline darstellen? Der Plan ist schnell gefasst und klingt einfach, aber schon vor den ersten Usertests tauchen eine Reihe Fragen auf:
- Soll wirklich alles dargestellt werden?
- Minor Updates auch?
- Soll der User auswählen oder ausschliessen können?
- Ist das ein Zusatzservice oder die neue Startseite?
- Opt in oder opt out?
- Auf welche Ebene soll die Auswahl getroffen werden: Alle Updates in einem Hauptnavigationspunkt? Oder ganz im Gegenteil nur Änderungen an einer bestimmten Seite? Oder Änderungen, wo der User einmal interagiert hat: Bewertet, kommentiert, weitergeleitet… ?
- Ist es spannend oder voyeuristisch, einzelne User zu verfolgen? Wie sieht das bei Redakteuren aus? Und wie bei Mitarbeitern wie du und ich und deren Interaktionen?
Ich gehe jetzt intern einmal mit einem Testballon ins Rennen, der
- User auswählen lässt: Was sie nicht aktiv auswählen, ist nicht in ihrer Timeline.
- Auswahlen auf klar eingegrenzten Bereichen zulässt: Updates aus diesem Blog, aus diesem Wiki
- Wert auf Interaktion legt: Reaktionen auf Inhalte sind abonnierbar, aber nicht pauschal alle Redaktionen eines Users
Ich bin neugierig auf die Reaktionen und die geforderten Updates. Und denke mir: Vielleicht wäre das Timeline-Konzept auch trotzdem (obwohl Aktualität hier schon im Vordergrund steht) noch immer eine Idee auch für Nachrichtenportale. - Oder sieht man dann, wie wenig dort, im Vergleich zu Facabook und Co, an Updates passiert?
-->Fünf Thesen zu Content für das Enterprise 2.0
Social Intranet, Enterprise 2.0, Enterprise Portale, Enterprise Content Management, Content Experience Management, User Experience Management - der Markt klingt, als könnte man all das kaufen. Aber wie komme ich wirklich zu einer lebendigen, effektiven und kommunikativen Organisation, die Netzwerke herstellt und nützt? - Fünf Thesen und Tipps für Content für das Enterprise 2.0 (als kurze Vorschau auf meinen Beitrag für den Enterprise Content Management Summit nächste Woche in Berlin).
Dass niemand mehr bloß Zuhörer ist, ist ein alter Hut. - Dass Content und Beteiligung deshalb wie von selbst entstehen, ist ein großer Irrtum. Gerade in Unternehmen, in etablierten Organisationen, die bisher auch gut ohne Netze ausgekommen sind, ist ein starker Anstoß nötig, um Produktivität wachsen zu lassen. Und gerade in Unternehmen ist es oft schwierig, die passende Organisation zu schaffen - vom Personal bis zur Infrastruktur -, um dann auch bereit zu sein, falls tatsächlich einmal jemand mit Ihnen reden möchte.
Content als Kreation und Content als technisches Objekt müssen gemeinsam geplant und geschaffen werden. Der Kommunikator schafft sein Digitales Imperium selbst. Das ist kein technischer Task, sondern eine kommunikative Aufgabe, die so selbstverständlich sein sollte, wie die Verwendung von Papier und Bleistift.
Warum?
- Behaupten Sie nur Dinge, die Sie auch argumentieren können. Und machen Sie sich darauf gefasst, dass auf neuen und zusätzlichen Kanälen neue und zusätzliche Einwände auftauchen werden. - Wo es mehr Fragen gibt, muss es bessere Antworten geben.
- Wer das Gefühl hat, alles zu verstehen, liegt garantiert falsch - Seien sie vorsichtig damit, schnell zum nächsten Schritt überzugehen. - Im Zweifelsfall ist Zuhören besser als zu spammen. Schüchternheit ist aber unangebracht: Die anderen sehen erst mal nur das, was Sie Ihnen zeigen.
- Beteiligung entsteht nicht von allein. - Keine Angst, vorauszugehen, wenn es sein muss, eine Zeit lang auch allein. Aber legen Sie Fährten, machen Sie klar, was Sie wollen, machen Sie es leicht, das zu tun, und zeigen Sie Wertschätzung, wenn es jemand tut.
- Qualität ist eine Funktion und Funktionieren bedeutet, in einem Universum Zwecke zu erfüllen. Ganz einfach, oder? - Aber verlieren Sie nicht aus den Augen, dass Qualität bedeutet, erstmal das Universum aufzubauen, damit es seinen Zweck hat, der dann erfüllt werden kann. Das braucht mehr als schöne Worte und gute Grafik.
- Gönnen Sie sich einen zweiten Gedanken. Ok, das ist schon die Luxusvariante, die Kür über das Lebensnotwendige hinaus. - Aber das, was in meinen Augen Leben daraus macht. - Und vor allem für die lebenswichtig ist, die nicht mit fremdbestimmten Inhalten auf einem Parteiprogramm oder einem fernen Marketing-Headquarter arbeiten…
Und das hat alles mit Content zu tun? - Nennt es ruhig auch Organisation, Technik, oder meinetwegen Prozesse - es bleibt ohnehin nichts davon erspart; Herausforderung, heisst das...
Content für das Enterprise 2.0 - 5 Thesen
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Campaigning ist eine Form
Braucht es Inhalte? Thomas Gensemer, Niko Alm, Alexander Oswald, Christoph Bieber und Philip Maderthaner unterhielten am Campaiging Summit und zeigten vor allem eins:
Inhalte spielen nicht wirklich eine Rolle. Form ist King.
Besonders praktisch ist das natürlich bei politischer Kommunikation, wo Inhalte in einer Partei, einem Parteiprogramm und einer dahinterliegenden Ideologie versteckt werden können. "Was wollt ihr eigentlich?" - "Na eh das da, weisst doch eh…"
Noch ein Vorteil politischer Kommunikation, vor allem in Wahlzeiten: Involvement ist leicht erklärt. Eine Spende bitte, und am Wahltag ein Kreuzerl. - Das ist demokratisches Recht und ein wertvoller Bestandteil der Gesellschaft, also bitte nicht abwerten.
Und dann?
Schüsselund Molterer waren erwartbare Beispiele in Maderthaners Präsentation. Vielleicht war es aber auch nicht, wie er vermuten liess, auf eine Schwäche der Kampagnenplanung zurückzuführen, dass Molterer dermassen abstürzte. Vielleicht war es im Gegenteil auf den Erfolg Schüssels zurückzuführen - und auf das, was die Wähler mit der schwarzblauen Regierung und den Folgeerscheinungen bekommen haben. Irgendwann kommen auch bei der schönsten und emotionalsten Kampagne einmal Inhalte durch. Und es wäre eben auch meine Empfehlung, das mit einzuplanen, aber das ist halt ein Luxusproblem, wie es in den Fünf Thesen zu interaktivem Content auch heisst: Gönnen Sie sich einen zweiten Gedanken… Das ist der Startnachteil für die, die gegen die herrschenden Verhältnisse sprechen wollen. Aber das kann ja auch ein Vorteil werden. Wir kennen eure Mittel…
Der nächste Campaigning Summit ist bereits für 25.1. 2013 angekündigt
-->Megaupload, Insidertrading und Copyrights: Information ist nicht frei
Information ist weder frei noch teilbar. Zumindest dann nicht, wenn wir so naive Konzepte wie Wahrheit hochhalten, messbare Erfolge beobachten wollen und ökonomischen Nutzen erzielen möchten. Information ist nur frei, solange jemand dafür bezahlt. Ist das ein Widerspruch? - Peanuts im Vergleich zu unserem sonst flexiblen Umgang mit Information, Bedeutung und Wahrheit. Beispiel? - Wofür sitzt Kim Schmitz eigentlich gerade ein? Ein kurzer Exkurs zum Wert von Information, Exklusivität, Wahrheit Copyright und Insidertrading.
(Pic: tudeluundtudela)
Vom Fass ist die Grübelecke von themashazine.com. Hier vermischen wir monatlich abstrakte Probleme mit konkreten Ereignissen. Vom Fass bezieht sich zwar auf etwas anderes, aber womit könnte man schöner beginnen, als mit einem Schwergewicht.
Du sollst die Wahrheit sagen. Und die Wahrheit soll auch wahr sein. - Das ist eine der naiven Anforderungen, auf denen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialsysteme beruhen.
Falschaussagen und Betrug sind recht simple Folgefälle: Jemand ist davon überzeugt, dass jemand anderer eben nicht die Wahrheit gesagt hat, und kann jemand anderen, der darüber entscheiden soll, davon überzeugen.
Wahrheits- und informationstechnisch betrachtet gefällt mir der Vorwurf des Insiderhandels weit besser: Jemand hat einen Informationsvorsprung und wäre verpflichtet, den zu teilen, tut es aber nicht, sondern nutzt ihn nur zu seinem eigenen Vorteil. - Hat das auch mit Wahrheit zu tun?
Da steckt Musik drin:
- Banken und Informationsdienste sind ernsthaft der Meinung, dass sie Information besitzen, bewerten, sie verteilen können und daraus auch noch ein Geschäft machen. - Ich war ehrlich überrascht, dass das auch heute noch in Banking-Lehrbüchern so gelehrt wird.
- Dem Gesetz von Allmacht und Ohnmacht folgend wird dann dem in der einen Perspektive unfähigsten Investor, Businessowner oder Manager unterstellt, diese oder jene Entwicklung schon lange vorhergesehen zu haben.
- Und schliesslich gehört eine gehörig vereinfachte Sicht auf Ursache und Wirkung dazu: Weil diese Information nicht verteilt wurde, kam es zu dieser Entwicklung, oder weil sie nicht stimmte, war ja klar, dass alles platzen musste.
Das bringt mich zu einem meiner fast schon nostalgisch rührenden Lieblingsfälle: Kim Schmitz sitzt wieder mal ein. Der schwergewichtige Unternehmer, der schon zu Zeiten, als wir armseligen Pseudopioniere noch stolz darauf waren, so fortschrittliche Tools wie Netscape 4 zu nutzen, seine ersten 200 Cybermillionen verdient haben wollte, wurde auf Grund von Copyrightproblemen mit seiner Storage- und Filesharing-Plattform Megaupload in Neuseeland festgenommen.
Jetzt ist es nicht nur bemerkenswert, dass man immer nur dann von Schmitz' Erfolgen hört, wenn sie an der Kriminalität streifen und so eben noch einmal gehörigen PR-Schub bekommen. Schmitz hatte selbst schon einmal Probleme mit Insidertradings. Seine 2001 groß angekündigte Rettungsaktion für das Onlineauktionshaus letsbuyit.com liess die Kurse in die Höhe schnellen und erfüllte so eigentlich ihren Zweck - fand dann aber nie statt. Der Kurs stürzte wieder ab, Schmitz, der zuvor noch in der Harald Schmid Show gefeiert wurde, tauchte ab, und wurde später in Thailand verhaftet. - Auch der Hang zu exotischen Kriminalschauplätzen ist beachtlich.
Die Grenze zu "normalem" Trading ist dünn. Wenn eine Investitionszusage die Kurse steigen lässt, ohne dass es tatsächliche Investitionen braucht - ist dann nicht die Zusage allein das ausschlaggebende Moment? Wie unterscheidet sich dieser Sachverhalt von Garantien und Rettungsschirmen, wie sie Staaten derzeit aufbauen? Und warum ist Schmitz der Vorwurf zum Verhängnis geworden, genau das gleiche gemacht zu haben, wie alle anderen - nämlich zu versuchen, von künftig (kurzfristig) steigenden Kursen seines Investitionsobjekts zu profitieren?
Letztlich heisst das dann: Die unterstellte Absicht - Schmitz habe nie investieren wollen, sondern nur von den Gerüchten profitieren - wurde stärker bewertet als die realen Effekte (der Kurs stieg, Geld kam ins Unternehmen).
Rechts- und Wirtschaftssysteme sind voll von solchen Kopfständen.
Trading spielt immer mit Informationsdefiziten. Je scheinbar offener und freier Information ist, desto schwerer ist es solche Defizite festzustellen - es fehlt an Kontrast. Sie erfüllen ihren Zweck trotzdem: Sie können gehandelt werden.
Der Informationsphilosoph Luciano Floridi arbeitet daran, Information als neues zentrales Paradigma der Gegenwart zu etablieren. Drehten sich philosophische und religiöse Konzepte früher um Begriffe wie Götter, Erkenntnis oder Sprache, so ist jetzt Information das zentrale Thema.
Information ist spätestens auf den zweiten Blick aber nichts besonders Greifbares: "Logical deductions, which can be analysed in terms of tautological processes, also fail to provide any information", ist eines der schönsten Paradoxa. dem wenig entgegenzusetzen ist. - Der arme Kim: Es wäre also gar keine Information gewesen, hätte er seinen Plan tatsächlich umgesetzt. Es war aber sehr wohl Information, dass der Letsbuyit-Kurs trotzdem - und das entgegen der Logik - stieg.
Oder doch nicht?
Information steht auch im Ruf einer weiteren Besonderheit: Es sei ein Wert, der durch teilen nicht weniger, sondern mehr werde. Auch darüber lachen die (Insider-)Trader.
Wieder mit Floridis Worten: "Information has three main properties: non-rivalrous, non-excludable, zero marginal cost" - Und warum dann das ganze Theater? - Weil wir noch lange nicht so weit sind. Das sind, deshalb führt er ja so schon durch diese Diskussion, die Geschichte hinter Kim Schmitz' aktueller Verhaftung: Die Domain megaupload.com wird von so vielen hübschen Weisskopfseeadlern geziert, dass das ganze schon wieder nach Fake aussieht. - Wenn ich eine comedymässig übertriebene Version einer gerichtlich geschlossenen Seite designen müsste - es wäre genau das. Schmitz sitzt zur Zeit, weil seine offiziell dem Informationsaustausch und -storage gewidmete Seite für den freien Austausch unfreier Information genutzt wurde. Abgesehen von der Frage der Information auch ein interessanter Fall - meines Wissens einer der ersten Fälle in der Größenordnung - in dem der Diensteanbieter für die Art der Nutzung seines Dienstes verknackt werden soll….
Information eignet sich aber schliesslich auch deshalb als neuer Leitwert, weil an der Grenze dieses Begriffs unterschiedliche Welten besonders krass auseinanderlaufen.
- Information ist einerseits so wichtig und wertvoll, ideell betrachtet, dass sie frei sein muss.
- Andererseits kann ihr kommerzieller Nutzen so praktisch sein, dass sie nicht frei sein darf.
- Und das wieder ist letzten Endes Garant dafür, dass Information relevant bleibt.
Ein Beispiel? Ratingagenturen sind heute in aller Munde. Sie sammeln, analysieren und bewerten Information - weit weg von den Schauplätzen und wichtigen Werten, kann man meinen. Aber umso effektiver: Zinsen und Markprognosen sind selffullfilling prophecies, die nichts als sich selbst brauchen, um sich zu entfalten. Insidertrading im grossen Stil, gewissermassen.
Information, lernen wir daraus, ist wichtig. Den einen macht sie reicht, den anderen bringt sie ins Gefängnis. Das kann im Lauf weniger Jahre auch ein und dieselbe Person sein. Information ist umso wertvoller, je andersartiger sie ist, damit ist sie, trotz der vermeintlich grenzenlosen Teilbarkeit, den gleichen Marktgesetzen unterworfen wie ein Apfel. - Und das hat dann noch nicht notwendigerweise mit Wahrheit zu tun.
Das ist kein Nachteil für Information, kann aber ein Problem für die werden, die auf Information angewiesen sind. Freie Information hat ein ähnliches Problem wie Free Software: Frei kann gratis heissen, muss es aber nicht.
Nicht zuletzt deshalb habe auch ich mich wieder entschlossen, wieder mehr für Information und Medien zu bezahlen. Bis jetzt habe ich geduldigerweise Kirchenbeitrag bezahlt - das werde ich ändern und das frei werdende Geld in Magazin-Abos stecken. Auch wenn die Information frei verfügbar ist - sie ist das nur, solange jemand dafür zahlt.
Das ist dann mal eine praktische realökonomische Konsequenz eines abstrakten Exkurses.
Und Kim Schmitz? - Das wird schon wieder, ich bin überzeugt. (Und danke für die Inspiration…)
Kurt Kuch im Interview: "Warum ist es dir nicht einfach wurscht?"
Kurt Kuch, stellvertretender Chefredakteur von "News", Chefreporter und Ressortleiter der Innenpolitik spricht im Interview mit themashazine.com über ein Leben als Aufdecker zwischen politischem Druck, Medienberatern, gezielten Fehlinformationen, seinen Spass am Spürsinn, die Nostalgie burgenländischer Discos und die Angst des Enthüllungsjournalisten vor dem Leger.
themashazine.com: Du bist seit 16 Jahren Journalist, seit Oktober Chefreporter und stellvertretender Chefredakteur bei News und aktuell der Aufdecker der Nation. - Warum ist Dir nicht einfach wurscht, was ein Grasser, Gorbach, Hochegger, Mödlhammer, und wie sie heissen, machen?
Kurt Kuch: Ich habe einfach noch immer einen Heidenspass an meiner Arbeit. Es macht mir Freude, den Dingen nachzuspüren - und es melden sich ja immer wieder Freiwillige, die wie von selbst aufzeigen und die besten Geschichten liefern. Manche betteln direkt darum, all ihre Fehler und fragwürdigen Handlungen im Magazin zu lesen - vor allem wenn sie versuchen, eine Ebene höher zu intervenieren, oder wenn sie versuchen, unterzutauchen und nicht zurückrufen. Mir fällt da eine Geschichte aus dem Hochegger-Zusammenhang ein: Ich habe in den Akten entdeckt, dass ein ehemaliger Telekom-Manager insgesamt 500.000 € für Diverses an Hochegger gezahlt hat, während umgekehrt ausgerechnet die Frau dieses Managers mit 21.000 € auf der Liste der von Hochegger bezahlten Leute stand. Ich wollte eigentlich nur wissen, was die Leistung der Dame war. Der Betroffene hat genau den Fehler gemacht, in der Chefredaktion anzurufen - und dann gibt's natürlich Kleinholz, obwohl er dort eh auf Granit gebissen hat. Er hat mich nicht zurückgerufen - daraufhin habe ich alle Mitarbeiter der Pressestelle seines aktuellen Arbeitnehmers angerufen, jedem, der gefragt hat, worum es denn geht, bereitwillig erklärt, dass ich etwas über ihn im Strafakt der Telekom-Affäre gelesen habe und auch seine Assistentin ausführlich informiert. Wenn jemand ein so schlechtes Gewissen hat, dass er selbst in solchen Situationen noch untertauchen will, dann macht es mir schon richtig Freude, alles ans Licht zu bringen.
"Wenn jemand eine Etage höher zu intervenieren versucht- dann gibt's natürlich so richtig Kleinholz."Noch schöner ist es natürlich, wenn Geschichten im großen Stil aufgehen. Gestern zum Beispiel (18.1., Anm.) war ich schon um 6 Uhr auf und um 8 im Büro, weil ich es nicht mehr erwarten habe können, die Vorab-Aussendungen zu Telekom und Co zu machen.
Ich habe auf Facebook schon mal vorangekündigt, dass etwas passieren wird, ein bisschen getwittert - und dann wars endlich so weit. Um 11.30 waren die Aussendungen draussen ("Telekom sponserte Grassers Roadshow", "Rote und schwarze Politiker auf Hochegger-Payroll", "960.000 Telekom Euro für BZÖ-Wahlkampf 2006") - und es ist wirklich gleich rundgegangen. Dinge anzuzünden, und mich dann mal für eine Stunde zurückzulehnen und zuzusehen, wie alles explodiert, wie Anwälte, Fernsehstationen und andere Medien anrufen, das genieße ich schon sehr.
Dazu kommt noch, dass wir ja in Österreich bei Enthüllungen an akuter Themenverfehlung leiden: Der Großteil der Diskussion dreht sich nie um die Frage "Was ist genau passiert und welche Konsequenzen muss es jetzt geben?", sondern vor allem um die Frage "Wie konnte das bloß an die Öffentlichkeit kommen?" - Allein deshalb werde ich sicher nicht müde.
themashazine.com: Spaß ist ein Argument. Aber der Großteil der handelnden Personen sind noch da, Konsequenzen sind rar. Hast du das Gefühl, dass deine Arbeit etwas bringt?
Kurt Kuch: Auf jeden Fall. Ich richte mich ja nicht gegen einzelne Personen, sondern gegen Probleme in unseren politischen und sozialen Systemen.
Da gibt es durchaus Erfolgsstories. Ich bin ja auch innerhalb der Redaktion praktisch ausgelacht worden, weil ich mich so lange für die erweiterten Prüfkompetenzen des Rechnungshofs bei Gemeinden eingesetzt habe. Das klingt uncool, ist aber neben dem Bankgeheimnis und den EU-Direktförderungen für Bauern eines der größten Mysterien der Gegenwart. Früher durfte der Rechnungshof nur Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern prüfen - der überwiegende Teil der österreichischen Gemeinden liegt aber unter dieser Grenze.
Und allein an der Heftigkeit der Reaktionen war leicht zu erkennen, dass das ein großes Thema ist: Der Präsident des Gemeindeverbands hat persönliche Briefe an alle Betroffenen Bürgermeister geschrieben und sie aufgefordert, jede Form der Zusammenarbeit mit unserem Verlag einzustellen. - Das war natürlich wieder eine freiwillige Meldung, die mich erst richtig munter macht.
Fazit: Die Änderung ist gekommen, jetzt kann weit mehr geprüft werden. Ich denke schon, dass es sich auszahlt, hartnäckig bei der Sache zu bleiben.
themashazine.com: Gibt es etwas, das dich davon abhalten kann, eine Geschichte zu bringen?
Kurt Kuch: Ich sag immer: Natürlich bin ich korrumpierbar - mit einer besseren Geschichte. Wobei ich auch dabei heute sehr vorsichtig sein muss. Jeder Promi, der in Schwierigkeiten gerät, leistet sich einen Medienberater. Und dessen Job ist es, bessere Geschichten zu bringen, damit wir von seinem Klienten abgelenkt werden. Das muss dann umso genauer geprüft werden.
Manche versuchen natürlich auch, mir ein schlechtes Gewissen zu machen und erzählen mir etwa, dass ihre Kinder jetzt in der Schule auf Grund meiner Geschichten Schwierigkeiten haben. Ich bin mir durchaus der Tatsache bewusst, dass ich mit "News" eine große Bühne habe und dementsprechend verantwortungsvoll sein muss, aber letztlich denke ich mir dann immer: Wir sind alle erwachsen. Und wer jetzt nicht möchte, dass etwas an die Öffentlichkeit kommt, hätte es lieber gar nicht tun sollen.
themashazine.com: Du hast Medienberater angesprochen. Wie sieht es aktuell mit politischer Einflussnahme und politischem Druck auf dich aus?
Kurt Kuch: Medienberater sind die neuen Lobbyisten. Oft sind das ja auch die gleichen Leute, die unter einem anderen Titel jetzt praktisch den gleichen Job machen. Die können keinen Druck auf mich ausüben, aber sie machen mir natürlich das Leben schwer, indem sie gezielt gefärbte Information streuen. Ich habe dann umso mehr Arbeit, um wieder nach möglichst objektivierbarer Information zu suchen
Das bringt dann wieder Akten in den Vordergrund. Mein Büro sieht aus wie ein gesprengter Altpapiercontainer; ich versuche, jede Geschichte möglichst gut mit behördlichen Ermittlungsakten zu unterlegen. Wobei ich da eher steinzeitlich arbeite: Ich scanne die Akten als durchsuchbare PDF-Dateien und recherchiere dann über die Volltextsuche. Die Kollegen vom "Stern" haben mir einmal ihre digitalen Recherche- und Dokumentationsarchive präsentiert - da frisst Dich der Neid, aber das ist für uns in Österreich unleistbar.
Direkten Druck spüre ich jedenfalls nicht, und ich habe auch nicht das Gefühl, Feinde zu haben. Der einzige, der mich einmal direkt und unter der Gürtellinie in den Foren von ORF und derstandard.at attackiert hat, war dann ausgerechnet einer der Bürgermeister aus einem Nachbarort in meiner Heimat…
themashazine.com: Und wie siehts mit Einfluss durch Werbung aus und was hältst du von der Affäre um politische Inserate?
Kurt Kuch: Ich kann dir ganz ehrlich sagen: Ich kenne unsere Anzeigenverkäufer nichteinmal. Ich sehe die einmal im Jahr bei der Weihnachtsfeier, und da reden wir sicher nicht über Inserate, und sonst habe ich keine Ahnung, was da läuft. Es ist auch nie irgendwer an mich herangetreten, und nachdem ich gar nicht weiss, wer was wo inseriert, kann ich darauf auch überhaupt nicht reagieren.
Wenn du politisch motivierte Inseratenvergabe durch staatsnahe Betriebe ansprichst: Davon bekomme ich genauso wenig mit. Viel spannender finde ich in dem Zusammenhang von Politik- und Parteienwerbung die Frage: Wer zahlt das eigentlich? Wenn Politiker Unternehmen in ihrem Einflussbereich beauftragen, ist das ja geradezu transparent, verglichen mit Kosten in Millionenhöhe für Präsidentschaftswahlkämpfe, bei denen niemand weiss, wo das Geld eigentlich herkommt.
themashazine.com: Also würdest du sagen, dass du frei und ohne jeden Druck arbeiten kannst?
Kurt Kuch: Es sind sicher nicht die offensichtlichen Machtverhältnisse, die mir Probleme machen. Meine große Angst bei jeder neuen Geschichte ist aber, reingelegt zu werden. Ich habe das schon einmal erlebt, und das hat mich fast den Job gekostet. Das war die Geschichte mit der angeblichen illegalen Pflegerin von Wolfgang Schüssel. - Ein gezielter Leger von einem Autor und Journalisten. Der hat mich angerufen und die Geschichte vorgeschlagen, alles hat sehr gut geklungen. Nur hat er dann beim Termin gleich einen Vertrag aus der Tasche gezogen, in dem eine Reihe von Absurditäten festgehalten war. Gleich der erste Punkt war eine Honorarzahlung von 2000 € für die falsche Pflegerin. Das habe ich sofort gestrichen. Er hat uns die Geschichte dann doch gegeben, blöderweise haben wir sie veröffentlicht - und es war für beide Seiten ein Fiasko. Ich bin mit der falschen Gesichte dagestanden, er hätte beweisen wollen, dass wir bei "News" unrecherchierten Scheckbuchjournalismus machen. Diese Tage waren echt die Hölle. Er ist dann noch dazu unauffindbar und ich habe ihn tagelang gesucht - da war ich echt knapp davor, alles hinzuschmeissen.
Das einzig Positive war dann noch, dass wenigstens klar rausgekommen ist, dass wir nicht bezahlt haben und auch nie für Geschichten bezahlen. Das ist - für alle, die noch immer Zweifel haben - nicht nur eine ethische Frage, sondern auch ganz schlicht eine wirtschaftliche: Ein verkauftes Heft hat einen Deckungsbeitrag von ein paar Cent. Wenn wir für eine einzelne Geschichte ein paar tausend Euro ausgeben müssten - das kriegen wir nie wieder rein…
themashazine.com: Glaubst du an die Funktion von Medien als vierte Macht in der Gesellschaft?
Kurt Kuch: Wir können einiges bewegen und auch etwas erreichen. Das steht fest. Aber genauso muss man sagen: Wir haben unseren schlechten Ruf nicht zu Unrecht. Ich unterstelle niemandem, vorsätzlich korrupt zu sein, aber ich wundere mich oft, wie Kollegen das für sich handhaben, wenn sie für Moderationen oder andere Tätigkeiten überproportional bezahlt werden. Das ist an sich nichts Schlechtes, aber was ist, wenn der Auftraggeber ein Hochegger ist, und wenn der oder einer seiner Kunden in Schwierigkeiten geraten? Zieht der Journalist dann noch voll durch? Oder hat er sich selbst zahnlos gemacht?
"Geld? Du kannst drei mal am Tag essen gehen und du kannst dich einmal am Tag ansaufen - mehr geht auch mit allem Geld der Welt nicht. "Ich vermeide so etwas. Ich habe an meinem eigentlich Job mehr Spass, ich werde gut bezahlt, und ich denke mir immer: Was sollst du mit dem Geld? Du kannst drei Mal täglich essen gehen, Du kannst dich einmal täglich ansaufen - mehr geht auch mit allem Geld der Welt nicht…
Ich muss aber auch sagen, dass ich hier eine Umbruchphase sehe. Es gibt mittlerweile bei vielen Medien Journalisten, die ihre Funktion als Aufdecker sehr ernst nehmen und ihren Job sehr gut machen. Das erzeugt einen Wettbewerb, der gut fürs Geschäft ist und Leben in die Branche bringt.
themashazine.com: Welche Rolle spielen Onlinemedien und Social Media in diesem Wettbewerb für dich?
Kurt Kuch: Social Networks sind für mich sehr wichtig. Ich nutze Twitter, Facebook und Google+ um Vorausmeldungen zu platzieren und zu promoten. Und ich bekomme direkte Rückmeldungen, auf welche Themen die Leute anspringen. Allein seit gestern (18.1., Anm.) habe ich zum Beispiel 150 neue Follower auf Twitter. Auf Facebook spiele ich auch mit ganz selektiven Einblicken in mein Privatleben. Alle Netzwerke zusammen bringen mir nocheinmal mehr Aufmerksamkeit, was umso wichtiger ist, weil die User immer kritischer werden und mehr Fragen stellen, und auch im Magazin mehr und bessere Antworten haben wollen. Aber natürlich ist mir auch klar, dass es hier weniger um meine Person geht, sondern um meine Rolle als Journalist bei einem großen Medium. Das macht mich interessant und öffnet mir viele Türen, aber letztlich bin auch ich nur Mittel zum Zweck, und das kann jederzeit vorbei sein.
themashazine.com: Wo siehst du generell die Schwerpunkte von Onlinemedien und wie zufrieden bist du mit euren eigenen Portalen?
Kurt Kuch: Onlinemedien sind dort am stärksten, wo sie dem User individuellen Nutzen vermitteln. Gut recherchierte Tabellen und Listen waren in "News" immer schon sehr wichtig - und das ist großartiger Content für digitale Medien, damit bekommen wir regelrechte Clicklawinen. Ich kenne noch kein Patentrezept für Onlinemedien, aber der persönliche Nutzen für User ist etwas ganz wichtiges. Das kann zusätzliche Information sein, das können aber auch technische Basics wir Filter- oder Suchfunktionen bei großen Contentmengen sein.
Wir haben in jedem Ressort im Magazin eigene Online-Beauftragte, die immer darauf achten, dass auch wir Printjournalisten dieses Mehr an Inhalt liefern, das online verarbeitet werden kann. Wobei die Onlineredaktion natürlich selbständig arbeitet und genug Profi-Journalisten für eigene Inhalte hat. Ich erlebe immer wieder, dass Onlineredaktionen noch immer wenig ernst genommen werden - das ist unangebracht und eher ein Zeichen dafür, dass diejenigen, die so etwas glauben, wenig Ahnung vom Journalismus heute haben.
themashazine.com: Was bedeutet für dich eigentlich Qualität im Journalismus, wie wichtig ist dir das Schreiben?
Kurt Kuch: Ich bin Aufdeckungsjournalist bei "News" und nicht Feuilletonist bei der "Zeit". Qualitätsmesser sind für mich vor allem messbare Erfolge: Wie viele Vorausmeldungen kann ich für meine Geschichten machen, wie oft werden die übernommen, wie schnell verbreiten sie sich auch in anderen Medien?
"Auf Enthüllungen reagieren wir in Österreich mit geleber Themenverfehlung. Gefragt wird nicht: "Was sind die Konsequenzen?" sondern: "Wie konnte das bloß an die Öffentlichkeit kommen?"…"Auf der anderen Seite ist Verständlichkeit sehr wichtig. Sachverhalte wie zum Beispiel die Eigenmittelfeindlichkeit von kreditfinanzierten Aktien zu erklären - ein beliebtes Spiel in der Hypo Alpe Adria - ist schon eine Herausforderung. Umso mehr natürlich, wenn der Text auch noch rechtlich einwandfrei und klagssicher sein muss. Ich schreibe sehr schnell: Für eine fünf- oder siebenseitige Aufmachergeschichte brauche ich selten mehr als zwei Stunden. Viel mehr Zeit geht dann für zusätzliche Informationselemente drauf - hier ein kurzer Interview-Kasten, dort eine kurze Chronik. Zur Qualität gehört es auch, die Perspektive des Lesers nicht aus den Augen zu verlieren: Ich kann nicht erwarten, dass heute noch jemand weiss, was Grassers KMU-Roadshow im Jahr 2002 war.
themashazine.com: Hast du Pläne für die Zukunft oder für ein Leben "danach"?
Kurt Kuch: Nein. Ich könnte auf die dunkle Seite der Macht wechseln und Medienberater werden, aber das interessiert mich eigentlich nicht. Vielleicht kommen weitere Bücher - wobei ich da noch eine etwas familienfreundlichere Schreibstrategie entwickeln muss. Ich wollte mir für "Land der Diebe" vier Monate Zeit nehmen, habe dreieinhalb Monate lang praktisch nichts gemacht und dann zwei Wochen Urlaub genommen. In diesen vierzehn Tagen habe ich zehn Tage lang wieder nur sehr wenig gemacht, und dann fast das ganze Buch in vier Tagen nonstop durchgeschrieben. Ich glaube, das geht noch besser…
Ansonsten habe ich zuviel Spass in meinem Job, und wenn ich Abwechslung brauche: Ich habe mit Ewald Tatar die Marke "Kama-Party" aus einer Konkursmasse gekauft - das bezieht sich auf "Kamakura", das war in meiner Jugend die mit Abstand beste, eigentlich einzige Disco zwischen Wien und Graz, und Ewald veranstaltet gelegentlich Kama-Events (nächster Event: 23.2. im Wiener U4) - Aber auch das soll nicht in Arbeit ausarten.
Ich bin seit sechzehn Jahren bei "News", das war mein erster Job - und ich habe hier noch viel vor.
Universalgesetz Nr.5: Entropie - Immer mehr Menschen reden immer öfter vom Gleichen. (Bis sie etwas tun)
Ich hatte jetzt lange genug Spass mit den sogenannten Universalgesetzen für Onlinemedien. Zeit, zu einem Ende zu kommen. Und deshalb das fünfte und derzeit letzte Gesetz: Immer mehr Leute reden immer öfter vom Gleichen. Das ist einerseits gut, weil förderlich für die Verständigung, andererseits schlecht, weil es keinen Platz für Neues lässt. Informations- und Medientheoretiker reden hier auch von Entropie.
Vernetzung kann verbinden oder fesseln, erweitern oder einengen, verbinden oder beenden.
Dazu sind vielleicht ein paar Voraussetzungen hilfreich:
- Wir verstehen ohnehin nur das, was wir schon wissen, sagt die Zen Philosophie. In jedem Buch, das wir lesen, steht für uns das, was wir beim Lesen hoineinschreiben; die Bedeutung des Texts entsteht erst in dem Moment, in dem wir ihn lesen. Das hat nicht nur mit unserer Engstirnigkeit zu tun. Wir sind Teil des Universums, wir existieren in allem und alles existiert in uns. Zumindest wissen wir nichts anderes, Das ist nicht nur eine Form der Erkenntnistheorie, sondern auch eine nüchterne Auslegung der Wiedergeburt: Wir leben in allem anderen weiter, weil es nie wirklich eine Rolle gespielt hat, dass wir konkret existiert haben. Deshalb machen wir auch, so sehr wior für uns (und vielleicht für viele um uns) einen Unterschied machen, nicht wirklich einen Unterschied. Und selbst wenn wir einen machen, dann sind nicht wir der Unterschied, sondern das was wir bewirken oder erreichen.
- Wir brauchen gar nichts zu wissen, ausser, wo wir nachschauen müssen, sagt die tools- und netzwerkgetriebene Wikipedia-Generation. Und den Rest lernen wir in vier Stunden, sagen Flachzangen wie Tim Ferriss. Dem liegt nicht zuletzt eine hyperdemokratische und auch nahezu zenmässige Wurschtigkeit zu Grunde: Eine Meinung ist so gut wie die andere, und es wird schon passen. Grundsätzlich ist das ja auch eine lobenswerte Einstellung, aber lässt sie noch Platz für Lernen, Verbesserung und Aussergewöhnliches? Me too für vorgefertigte Erlebnisportionen oder Experimentieren, ohne das Ziel zu kennen? Explorative gegen erklärende Vorgangsweisen, oder, wie einer der Meister der Entropie formuliert hat: Dialog (als Austausch von Ansichten) oder Diskurs (als monologisierende Behauptungen)?
- Wir verstehen immer nur das gleiche. Wenn wir Neues verstehen würde, wäre es wohl nicht neu. Abgrenzung, das ist anders, das ist neu - das stellt Grenzen auf, die grundsätzlich einmal Verständigung unmöglich machen. Das ist an sich noch kein Problem: Zu wissen, dass du den anderen nicht verstehst, ist eine der wichtigsten Erkenntnisse (oder Verständnisse). Denn es eröffnet die Notwendigkeit, nachzufragen. Wir verstehen immer nur das gleiche ist auch deshalb kein Problem, weil es nichts anderes gibt. Innovationen - der Inbegriff des Neuen und Anderen - kommen nicht von einem anderen Stern, sondern vom Nerd von nebenan. Innovationen liegen in der Luft, und es kommt auf Glück, Zufall, vor allem aber auf die Umsetzung an, ob sie sich durchsetzen. Für die einen ist ein Problem ein spannendes Spiel, das einem auch den letzten Nerv rauben kann, das quält, das es aber auf jeden Fall wert ist, eine Lösung zu finden. Für den anderen ist es eine Barriere, die einfach zur resignierenden Feststellung führt: "Nichts geht weiter." - Ideengeschichten, wie sie bei Scott Berkun oderSteve Johnson nachzulesen sind. Und auch scheinbare Meister der Innovation mit unermüdlich sprudelnden Ideenquellen sagen schlicht: "Let's not compete on ideas, let's compete on execution." Denn Ideen sind austauschbar und werden oft überschätzt.
- Nur das Unerwartete, Unerwartbare, Andersartige hat Informationsgehalt. Was logisch aus dem Bestehenden abgeleitet werden kann, ist weder neu noch informativ. So ungefähr formulierten die Philosophen Jehoschua Bar-Hillel und Rudolf Carnap ihre Definition von Information. Zusammengefasst wird das oft auch interpretiert als "Information ist der Unterschied, der einen Unterschied macht." Einerseits ist das klar: Information als neue, relevante und wissenswerte Information muss etwas anderes bieten als das bereits allseits bekannte. Das stellt aber vor die Herausforderung: Wie können wir auf logisch, argumentativ abgesicherten Wegen überhaupt zu etwas Neuem kommen? "Logical deductions, which can be analysed in terms of tautological processes, also fail to provide any information" sagt Informationsphilosoph Luciano Floridi über dieses als Bar-Hillel-Carnap-Parodoxon bekannte Problem. Fazit: Anerkannte Kommunikations- und Argumentationsmethoden schaffen immer nur mehr vom Gleichen. Oder?
- "Die Masse dialogisiert nicht im griechischen Sinn, weil sie ständig von Diskursen berieselt wird, und daher nur über Informationen verfügt, die für alle ausgestrahlt werden", sagt mit Vilem Flusser einer der Vordenker der Entropie schlechthin. Flusses Kritik von Bildschirmmedien als alles vereinnahmender Lagerfeuerersatz lässt sich angesichts der zeitgenössischen Medienvielfalt einiges entgegensetzen; der Kern der Kritik gilt aber nach wie vor: Auch über Bildschirme (sogar Fernsehbildschirme) läuft viel spannende und sogar informative Kommunikation - aber was ist damit getan? Sich zu informieren ist nur eine weitere Form von Passivität, sofern keine Handlungen folgen. Sich zu informieren und vielleicht sogar für entfernte Probleme zu engagieren, ist eine weitere Möglichkeit, nicht bei sich selbst beginnen zu müssen. Trotzdem bleibt Information natürlich unverzichtbar wichtig, und auch kommerzielle Medien können bei der Verbreitung von Information eine wichtige Rolle spielen, wenn sie sich nicht darauf beschränken, Klischees zu transportieren.
Immer mehr Menschen reden immer öfter vom Gleichen - nach Carnap und Bar-Hillel entsteht dabei also keine Information. Dialogphilosophen wie Hermann Gadamer oder (der leider noch religiöser geprägte) Martin Buber diagnostizieren im Gegenteil, dass ohne ein grundlegendes gemeinsames Verständnis Dialog als Austausch von Information gar nicht möglich sei. Man bezweifle stattdessen jeweils des anderen Weltbild, anstatt über sachliche Themen zu reden.
Vielleicht ist beides angemessen - schlicht weil es heute sehr wohl möglich, plausibel und real ist, auch auf engem Raum mit unterschiedlichen Weltbildern zu leben.
Das liegt an der Vielzahl der verfügbaren Weltbilder, daran, dass vieles heute schnell mal ein Ideologie-Thema ist. Es liegt aber auch nicht minder daran, dass wir viel schneller viel mehr erfahren können. Einseitige Diskurse sind nicht nur etwas Schlechtes - sie bieten Information.
Fluidity of Information ist ein Begriff, den der Philosoph Charles Ess als Charakteristikum digitaler Information geprägt hat. Flüssigkeit bedeutet einerseits Verformbarkeit: Es ist nicht klar, wie solcherart transportierte Information ankommt, mit welchem Kontext sie in welchem Kontext landet, und ob sie dann noch irgendein nennenswertes Maß an Autorität und Authentizität (was ja an sich schon ein problematischer Begriff ist) hat. Auf der anderen Seite bedeutet Flüssigkeit aber auch Transportierbarkeit: Information ist digital nicht nur schneller in anderen Umgebungen, sie hat überhaupt vor allem die Chance, dort anzukommen, und nicht isoliert in einer Schublade zu bleiben.
Digitale Medien erhöhen unsere eigene Reichweite und die Chance, mit Inhalten aus anderen Kontexten in Berührung zu kommen. Einfach gesagt: Wir hören etwas, das wir noch nicht kennen, das wir vielleicht sogar für unwahrscheinlich gehalten haben. "The less probable or possible p is, the more informative it is; (…) contradictions are highly informative", sagt Luciano Florida über das Bar-Hillel-Carnap-Paradoxon. - Mehr vom Gleichen oder grenzüberschreitend Neues, und das im gleichen Merkmal eines Mediums: Das ist der Grundzug, der sich in allen fünf Universalgesetzen wiederfindet.
- 1) Jede Anwendung ist einfach, bis sie zu einem bestimmten Zweck eingesetzt wrden muss. Mehr vom Gleichen, einfaches ausprobieren, ein bisschen Unterhaltung - das fällt mit vielen Anwendungen leicht. Problematischer wird es, wenn ein bestimmter Zweck verfolgt werden soll, wenn die Nutzung also produktiv oder informativ sein soll. Da ist unvermeidbar; vermeidbar ist aber der negative Überraschungseffekt - am besten indem Onlineservices ihren Zweck in vereinfachter, beispielhafter Form gleich mitbringen.
- 2) Wir leben in der Innenseite der Kugel. Über Zwecke lässt sich lang streiten. Gut, böse, sinnvoll, unsinnig .- das bleibt immer offen, wenn nicht auch der Bezugsrahmen mitgeklärt ist. Es verkürzt die Diskussion, wenn auch diese Frage gleich beantwortet wird. Am besten in Form des mehr oder minder deutlich ausgesprochenen Weltbilds. Das ist eine Basis für Verbindung - und es grenzt zugleich aus.
- 3) Zwischen Allmacht und Ohnmacht. Eigene Welten, klar definierte Zwecke sind effizient. Aber ihre Notwendigkeit kann auch als Armutszeugnis gesehen werden. Gilt Dein Anspruch denn nicht überall? Sollte er das? Und solltest Du nicht über die Grenzen hinaus als digitaler Superuser über alles bescheid wissen? - Gerade in digitalen, multimedialen Zusammenhängen wird von unerfahrenen Usern gern das Wort "Wunderwuzzi" verwendet - zumindest in Österreich. Da passiert etwas, viel, schnell. Und man darf nicht ganz unbedarft daneben stehen. Die Spannung von Allmacht und Ohnmacht ist einerseits durchaus real, andererseits ein Konstrukt, in dem sich Respekt und Unfähigkeit vor der gleichen Sache zugleich legitimieren lassen.
- 4) Der Medien-Marken-Sprung. Medien sind zugleich Werkzeuge, Mittel eben, und deren Ergebnis. Das ist die eigentlich treibende Kraft hinter dem Dilemma von Allmacht und Ohnmacht. Erfolgreiche Medien sind solche, die Passive Nutzungsmöglichkeiten mit kleinen, gut abgrenzbaren Aktivitäten kombinieren können: Auf Youtube kann ich mich berieseln lassen, aber ich kann auch von entdeckten Comedians, berühmt gewordenen Kuriositäten oder erfolgreichen Marketingaktionen träumen. Auf Facebook kann ich an meinem Profil und meiner Reputation arbeiten - oder unerkannt in fremden Leben mitlurken.
Die Entscheidung, Medien nicht nur als Produkte und Marken, sondern auch als Werkzeuge zu nutzen, fasst die in den ersten vier Punkten beschriebenen Einstellungen zusammen und bringt die überall notwendige aktive Komponente ins Spiel.
Gewinnen wir dadurch etwas?
Medien, egal jetzt ob als Produkt oder als Werkzeug betrachtet, sind seit jeher ergiebiges Objekt kulturkritischer Ansätze. Leute wie Schirrmacher, Precht, oder auch Karl Kraus als papiergebundener Urzeit-Blogvorläufer waren und sind schnell mit Untergangsmetaphern bei der Hand. Befürworter wie Ibo Evsan, Tim Ferriss oder Chris Brogan versteigen sich dagegen oft zu ebenso dramatisch paradiesisch überzeichneten Gegendarstellungen von freier vernetzter Produktivität.
Mein Verdacht: Medien ändern nichts. Sie machen nur diverse Beziehungen, Sachverhalte und Tatsachen mehr oder weniger deutlich sichtbar. Je schneller Information über Tatsachen in entfernten Umgebungen bekanntgemacht werden kann, desto informativer ist sie. Weil aber Information für sich kein Wert ist, sondern ihren Zweck, ihren Hohlraum oder ihr Universum braucht, um auch gezielte Handlungen bewirken zu können, führt rein kumulatives Sammeln von Information zu einer bloßen "Ja eh"-Kultur, in der jeder alles weiss, aber nichts kann, und letztlich nicht nur alles egal, sondern gerechtfertigterweise egal ist: "Ich denk eh dran", und "Ich allein kann eh nichts machen…"; und schliesslich: "Wozu?"
Der Unterschied liegt im Handeln. Was haben wir dabei von Medien, warum soll Technologie, vor allem IT, wertvoll sein? Reichweite, Tempo und Flexibilität sind Werte, die Geschäftsbeziehungen und -ergebnisse fördern. Digitale Medien sind Beschleuniger für diese Werte. Wer das Handwerk beherrscht - nicht nur das der Kommunikation im engeren Sinn, sondern jede Art von Kommunikation in der Organisation - arbeitet also besser.
Kommunikation ist nicht umsonst ein weiter Begriff, der vom bloßen Berühren bis zum Verstehen und Zustimmen gestreckt werden kann.
Verstehen ist in einer kommunikations- und informationsgetriebenen Welt der neue Machtfaktor: "Ich versteh schon" schliesst ein - "Das ist nicht neu, das kenne ich auch, du brauchst gar nicht weiterreden, reden wir über etwas anderes". "Ich verstehe nicht" schliesst ein: "Das ist nicht gut erklärt, das ist falsch, jetzt will ich reden, das ist unangemessen, du musst dich mit mir beschäftigen." Verstehen, Verständigung ist die Fortsetzung und Nachfolge von Aufmerksamkeit als zentraler Wert. Aufmerksamkeit ist eindimensional oder so zweidimensional wie Radio: Man weiss, dass da draußen wer ist, aber dieser jemand manifestiert sich wenn dann nur punktuell und nur mit wenigen Äußerungen. Je mehr Unterhaltung möglich ist, je konkreter gefragt werden kann und geantwortet werden muss, desto wichtiger ist Verstehen. Es reicht nicht, Menschen erreicht zu haben und sie in Empfängerstatistiken abzubilden - es wird zu schnell offensichtlich, ob Bilder, Worte, Messages angekommen sind.
Verstehen wird nicht leichter, aber es wird wichtiger.
Deshalb ist es so verlockend, auf Entropie als Regulierungsmassnahme zu setzen. Mehr vom Gleichen kommt leichter an. Nur bietet es wenig Chancen. Neues hat Chancen, ist informativ - aber es muss die Brücke schlagen, und dabei hilft, einmal mehr, solides Handwerk…
Die Frage des aktuellen Jahrtausends wird damit für mich: Was machst Du eigentlich? - Aber das ist dann schon die nächste Geschichte...
--> Megaupload, Insidertrading und Copyrights: Information ist nicht from theMashazine.com - Less Bullshit. More Meaning. on Thu, 01/26/2012 - 18:16Information ist weder frei noch teilbar. Zumindest dann nicht, wenn wir so naive Konzepte wie Wahrheit hochhalten, messbare Erfolge beobachten wollen und ökonomischen Nutzen erzielen möchten. Information ist nur frei, solange jemand dafür bezahlt. Ist...
Die Mikro-Imperien
Das Wort Empire kam bei mir zuletzt recht häufig vor. Jetzt hat es mir jemand aus dem Mund genommen - zu meiner vollsten Zufriedenheit. Paul Poets Empire Me ist ein inhaltlich einzigartiger und noch dazu unglaublich schöner Film, den jahrelange Arbeit, auch wenn das sehr dick aufgetragen klingt, zu einem Vorzeigeexemplar von (Dokumentar)Film machen, wie ich es mir wünsche (wie anmaßend von mir…).
Es gibt Recherche, Geschichte(n), einen eigenen Blick auf Menschen und deren eigenen Blick, sehr schöne Bilder, sehr schöne Musik und sehr schöne Animationen.
Zu schön? Die Vorwürfe der Oberflächlichkeit, die in manchen Reviews laut geworden sind, kann ich nicht teilen. - Ich sehe das eher die schönen Oberflächen eher als Respekt vor den handelnden Personen, und die tiefgründigen Gedanken muss sich gefälligst jeder Zuseher selber machen.
Der Film läuft ab Freitag in Deutschland und Österreich; die Webseite ist bereits online. Neben Trailer, Hintergrundinformation und vielen Filmausschnitten bietet sie Einbürgerungstests für die verschiedenen Welten. Mein Testergebnis schickt mich nach Sealand. Mit der Idee der einsamen Plattform mitten im Meer kann ich mich ganz gut anfreunden - aber bitte mindestens 1500 Kilometer weiter südlich.
Fazit: Unbedingt anschauen, und die Musik von Bunny Lake am besten auch gleich dazu mitnehmen.
Schon beworben?
Ich weiss jetzt gar nicht, was ihr habt. Es geht ja nicht mal um den Generaldirektor, und der Herr Pelinka ist immerhin ein Jahr älter als der Herr Kurz, als der Integrationsstaassekretär wurde, also Kleinigkeit, und in dem Alter haben wir doch auch geglaubt, dass wir nichts mehr dazulernen können.
Traurig ist das vielleicht für die OldSchool-ORFler, die das vielleicht auch noch glauben und damit selbst seit dem Alter nichts mehr dazugelernt haben. Weil Politik natürlich keine Rolle spielt.
Aber das wahre Problem: Ich finde es echt diskriminierend, dass die Qualifikation "Blondine" nur für Frauen gelten soll.
Und Leitern hätte ich auch zwei anzubieten.
-->Enlightened Capitalism - Weihnachten für den Markt
Über Constructive Capitalism habe ich hier schon öfter geschrieben. Enlightened Capitalism ist eine Schöpfung von Sava Dalbokov, ehemaliger Generaldirektor der Erste Bank Serbien, Mitbegründer des in Osteuropa aktiven Mikrofinanzdienstleisters good.bee und nunmehr Vorstandsmitglied der Steiermärkischen Sparkasse, im Rahmen des TEDxVienna Salon Events beim Social Business Summit in Wien vor Muhammad Yunus und 300 weiteren Gästen präsentierte.
Sehenswert, beachtenswert und bemerkenswert, vor allem auch das Finale der Präsentation… :)
Sie haben uns etwas voraus
Heute Nacht bin ich nach reiflicher Überlegung zu der definitiven Überzeugung gelangt: Schokolade-Krampus- und Nikolaus-Figuren haben uns etwas voraus. Das liegt nicht nur am konzentrierten, pointierten und organisierten Auftreten, sondern vor allem an der genial raffinierten Strategie, ein Leben in Alufolie zu verbringen: Ganzkörper-Tinfoil-Hats gegen unerwünschte äussere und ausserirdische Einflüsse - das klingt nach dem Gebot der Stunde!
Unsereiner plagt sich vielleicht mit politischen und finanziellen Sorgen. Wo solls hingehen, wie wird sich der Euro-Franken-Kurs weiter entwickeln, wie wird das dritte Jahr ohne echtes Wachstum, dafür aber mit steigenden Preisen funktionieren?
Dazu kommen noch marketingtechnische und andere Beziehungssorgen: Wie machen wir klar, wofür wir stehen, wie wir wahrgenommen werden wollen, und für wen wir wann da sein möchten?
Und wie wehren wir uns dagegen, dass zumindest die offiziellen Teile des Lebens in der Gegenwart nicht dazu erfunden wurden, Freude zu bereiten?
Die Schokoladefiguren begegnen solchen Sorgen mit der einfachen Strategie, nur selten, dafür aber umso mächtiger und mit entsprechender Begleitinszenierung aufzutreten. Willenlose Opfer einer gnadenlosen Marketingmaschinerie, könnte man meinen. Aber da sind eben noch die Alu-Anzüge. Jedes Kind weiss, dass Hüte aus Alufolie die Hirnströme vor unerwünschten Alien- oder Telepathie-Einflüssen schützen. Wie effizient muss dann erst eine den ganzen Körper bedeckende Hülle sein.
Ich bin mir sicher, sie haben uns etwas voraus. Sie planen etwas, das wir nicht wissen und wahrscheinlich auch gar nicht verstehen können. Kein Wunder, so gnadenlos, wie sie verfolgt und vernichtet werden. Und trotzdem jedes Jahr wiederkommen. Eine echte Heldenstory eben… Würdigt euren Krampus.
Die Krise macht aggressiv - oder ist das Weihnachten?
Ich habe selten so viel Spam auf allen Kanälen bekommen, wie in den letzten Wochen. Unzählige Startups habe anscheinen gerade ihre E-Marketingstrategie definiert und nutzen - oft mehrere Jahre nach der Registrierung, jetzt die vorhandenen Userdaten und vermarkten fröhlich drauf los.
Qype schickt Qype-Deals, Zyncro ruft sogar an (eine Stunde nach der Registrierung!), das Amazon-Partnernet ist wieder auferstanden, Slideshare informiert über alles mögliche, Spreadshirt hat mindestens drei Tipps pro Woche, iTunes erhöht die Frequenz und dann gibt es natürlich noch den üblichen Spam,nur eben auch auf Weihnachtsintensität raufgepegelt.
Trotzdem sind die Oldschool-Unternehmen noch immer die unverschämtesten: In den letzten zwei Wochen habe ich nicht nur von zwei verschiedenen Banken Prospekte iim Stil von "Wollen Sie reich werden? - Unterschreiben Sie hier!" (inklusive Vertrag und Rücksendekuvert) bekommen, sondern auch noch einen Brief von einer Versicherung, bei der ich tatsächlich eine (andere) Versicherung abgeschlossen habe, in der gleichen Aufmachung wie Rechnungen, und auch gleich mit einem Zahlschein dabei.
Kontakt halten ist ja ganz nett. Kann aber auch deutlich nach hinten losgehen: Vertrauensfördernd ist das definitiv nicht…
-->Ich bin ein Strassenköter
Ich habe keinen Stammbaum, gehöre keiner besonders gut abgegrenzten Rasse an, bin weder geografisch noch ethnisch gut lokalisierbar, lebe von dem, was ich mir erarbeite und kann auf keine Besitztümer zurückgreifen.
Gefährliche Zeiten. Warum das Hundeschlachten in der Ukraine auch mehr als die gewöhnliche Aufregung wert sein kann und warum ich für die Einrichtung eines Strassenkötermuseums bin.
Abgesehen von ein paar adeligen Inzucht-Opfern und den Ex-Partnern von Roman Abramowitsch, Donald Trump oder Madonna gilt diese Situation für fast jeden Menschen.
Warum gelten freilebende Tiere dann eigentlich als Bedrohung für die Zivilisation; wie kommt man auf die Idee, sie beseitigen zu müssen? - Das wirft natürlich sofort die Gegenfrage auf: Warum setzen sich manche für Hunde ein, aber weniger für Ratten, Würmer oder Flöhe? Ratten werden auch in unserer Zivilisation per Verordnung verfolgt; Gemeinden können jederzeit deren Ausrottung anordnen und tun das auch regelmässig. Natürlich muss man jetzt sagen, dass die Mensch-Ratten-Partnerschaft seit jeher keine besonders rosige war und dass es (abgesehen vielleicht von einigen Delikatess-Produktionen) keine nennenswerten Domestizierungsversuche gab. Die Ratte jst kein Produkt des Menschen.
Und Würmer und Flöhe? Nicht alle Tiere sind (vermutlich) mit den gleichen Fähigkeiten, zum empfinden, ausgestattet - meinten zumindest unter anderem auch so sensible Figuren wie Kurt Cobain. Und die moralische Verantwortung gegenüber Flöhen durfte ich schon öfters mit Animal Rights-Philosoph Mark Rowlands diskutieren.
Aber wir müssen gar nicht auf dieser Ebene diskutieren, und wir brauchen schon gar keine Mensch-Tier-Vergleiche anstellen.
Mich bedrückt da etwas anderes:
Strassenköter sind über Jahrzehnte gewachsene Vielfalt, inzest- und inzuchtfrei. Sie zu tausenden auszurotten bedeutet den leichtfertigen Verzicht auf eine Menge unwiederbringliches Leben. Damit gehen wieder ein Stück Freiheit und ein Stück Wildheit verloren - übrig bleiben die vom Menschen in Bahnen gelenkten Spielzeuge.
Natur soll dort bleiben, wo sie hingehört? - Strassen, vorzugsweise mit Mistkübeln ausgestattet, sind nun einmal der natürliche Lebensraum des Strassenköters.
Auf Reisen durch europäische Städte ist es mir während der letzten Jahre erst unbewusst aufgefallen, dann habe ich gezielt danach Ausschau gehalten: Hunde (und Strassenhunde) sind (sofern da nicht religiöse Zwangsvorstellungen mit im Spiel sein) ein verlässlicher Gradmesser für die Beweglichkeit und Offenheit einer Stadt. Während drei Tagen auf den Strassen von London begegnet man vielleicht einem Spaniel, der gerade auf dem Heimweg vom Friseurtermin ist, in Belgrad laufen Familienhunde noch selbstverständlich in Parkanlagen, in Bukarest oder Kiew sind (oder waren?) Begegnungen mit freilegenden Hunden auch in den Innenstädten an der Tagesordnung - wobei in keine Form auffällig: Sie waren einfach da und teilen Lebensraum. Und nein, ich meine nicht dieses Form der Offenheit und Beweglichkeit einer Gesellschaft, die den inhaltlich korrekten Vorstellungen entspricht (natürlich ist es nicht diese Offenheit, wenn Schwulenparaden in Belgrad zum Spiessrutenlauf werden). Ich meine die Fähigkeit, sich noch irgendwohin entwickeln zu können und sich nicht nur mit der eigenen Übersättigung und Hypervernetzung zu beschäftigen.
Die Erforschung von Zusammenhängen zwischen (freien) Hundeleben und etwa dem Bürokratisierungsgrad der Gastronomie oder auch ganz platt den Wachstumsprognosen fände ich durchaus einen Versuch wert.
Was ich sagen möchte: Eine Stadt ohne Straßenhunde ist keine saubere Stadt, sondern ein Lebensraum, in dem es bestimmte Lebensformen nicht mehr gibt. Manche können sich das vielleicht nicht mehr vorstellen: Es gab auch mal freilebende Pferde, Wildschweine ausserhalb des Linzer Tiergartens und es gibt noch immer, auch wenn man sie vielleicht kaum noch sieht, Rehe oder Füchse in Städten.
Ausrottung ist nie ein wirklich guter Gedanke und funktioniert auch selten. Und eigentlich wollte ich die Einrichtung eines Hundemuseums vorschlagen, bevor der Hund zur bedrohten Art wird. Aber das gibt es schon. Bleibt noch die Einrichtung eines Strassenkötermuseums. Und wer noch Zweifel daran hat, dass die Stadt der natürliche Lebensraum des Strassenhunds ist: Sie haben beim Rolltreppenfahren in der U-Bahn die gleichen Schwierigkeiten wie die meisten anderen Rushhour-Gäse…
Borgs sind nicht nur virtuell. Aber effizient.
"Race against the Machine" ist das neue Buch von Andrew McAfee und Erik Brynjolfsson, und das erste Buch, das ich wirklich zur Gänze auf Kindle for iPhone gelesen habe (es gibt keine Printversion). Ich muss sagen - das funktioniert, und ist teilweise sogar praktisch. Was bereits direkt zum Thema führt: Welchen Einfluss haben Technik und insbesondere Digitalisierung auf Wirtschaft und Arbeitsleben? Wie sind Phänomene wie die jobless Recovery - Wirtschaftswachstum bei steigender Arbeitslosigkeit - möglich, und sind sie eine Bedrohung? Und wie reagieren wir angemessen in digitalen Zeiten?
McAfee und Brynjolfsson führen eine Reihe von Daten, Entwicklungen und Grafiken ins Treffen, die wachsende Ungleichheit dokumentieren.
Die Rezession der Jahre 2008/2009 konnte in den USA schnell abgefangen werden, Wirtschaftsdaten entwickeln sich stabil nach oben - aber die Arbeitslosigkeit wächst ebenfalls.
Einkommen steigen - aber nur bei den oberen 10%; und während die oberen 10% ihre Situation in den letzten 40 Jahren nur leicht über Stagnationsniveau verbessert haben, ist die Situation des obersten einen Prozent regelrecht zum Positiven explodiert.
Und während regionale Geschäftszweige eher lau dahinvegetieren, entwickeln sich vor allem weltweite, digitale, weniger durch physische Grenzen eingeschränkte Businesses umso besser.
Pech für die Zurückgebliebenen, könnte man meinen. - Dass Konzentration von Vermögen in den Händen einiger weniger eher kontraproduktiv für wirtschaftliches Wachstum ist, hat auch Joseph Stiglitz passenderweise im Vanity Fair ausgeführt.
Es ist also durchaus vernünftig, Gegenmittel zu suchen. "The key to winning the race is not to compete against machines, but to compete with machines", schreiben die Autoren. Die Eckpfeiler einer "race-with-machines-strategy" sehen sie in "organizational innovation: co-inventing new organizational structures, processes and business models that leverage ever-advancing technology and human skills."
Und dazu gehören vor allem: Ausbildung, Unternehmergeist (der sich auch innerhalb von Organisationen betätigt), Investitionen in Kommunikations- und Verkehrsinfrastruktur und gesetzliche und steuerliche Massnahmen, die neue Industriezweige fördern (ökologische Steuern, Entlastung von Arbeit, kürzere Copyright-Perioden). - All diese Massnahmen sollen Grundlagen schaffen, die Anreize zur Aneignung neuer Technologien schaffen und es auch leicht machen, sie produktiv einzusetzen.
Ökonomisch und politisch betrachtet sicher richtig. Es ist aber ebenso wenig zu bezweifeln, dass solche Massnahmen vielleicht einige Chancen gerechter verteilen können, dass aber dennoch Entwicklungsunterschiede nicht durch digitale Technologien verursacht werden, sondern eher von diesen verdeutlicht werden. Es ist nicht jedermanns Sache, die Initiative zu ergreifen, neues zu beginnen, Dinge überhaupt zu beginnen, den gewohnten Aktionsradius zu vergrößern.
Das liegt auch daran, dass vor allem (digitale) Medien weit mehr fixer Bestandteil unserer selbst sind, als wir annehmen möchten. Diesem Punkt geht der australische Philosoph Andy Clark in seinem Buch "Supersizing the Mind" mit der Extended-Mind-Theorie nach. Geistige Prozesse, so seine These, finden nicht nur innerhalb des Gehirns statt; auch Hilfsmittel wie Notizbücher, Smartphones oder digitale Dateien sind genauso wichtige Bestandteile von Erkenntnisprozessen. Clark analysiert verschiedene Kriterien (Exklusivität - inwiefern stehen diese Medien und deren Inhalte nur mir zur Verfügung, Verlässlichkeit - wie sicher sind deren Inhalte, Unmittelbarkeit - wieviel steht zwischen medial und direkt erinnerten Inhalten) und kommt für sich zu dem Schluss, dass wir Medien ganz selbstverständlich benutzen können - ebenso wie unser Gehirn (über das wir grundsätzlich ohnehin weniger wissen als über andere Medien…)
Allerdings ist auch das nicht jedermanns Sache. Manche lassen keine Erweiterungen zu; die Integration diverser Erweiterungen ist mehr oder weniger flüssig und effizient. - Manche Ungleichheiten sind somit nicht "nur" durch Chancengleichheit zu beheben, sondern es braucht schlichte Bewusstseinsbildung bei bei Betroffenen. Media Literacy ist, aus dieser Perspektive betrachtet, auch ein Evolutionsproblem: Die (digitalen) Erweiterungen mancher User funktionieren wie angewachsen, die anderer bleiben lang ein Fremdkörper.
Organisationsentwicklung als Change-Disziplin kennen wir; die Supersize-Diskussion könnte sich dann auch zur medialen Organismusentwicklung auswachsen.
Mir gefällt weniger der schon ein bisschen ins esoterisch gehende Beigeschmack dieser Gedanken, sondern die zu Ende gedachte Konsequenz: Es liegt nicht immer nur an Rahmenbedingungen, an denen dort drüben oder da oben, sondern zum großen Teil (unter chancengleichen Individuen, die es innerhalb eines Unternehmens grundsätzlich gibt; ein natürliches Chef- Nicht-Chef-Gefälle würde ich nicht als Chancenungleichheit bezeichnen) an uns selbst. - Es gibt nichts gutes, ausser man tut es, und Verpflichtungen oder Verantwortlichkeiten sind auch eine solides Basis für Gestaltungsspielraum. - Dass solche Perspektiven Allmacht und Ohnmacht zugleich bedeuten können, habe ich schon einmal zu erklären versucht.
Clarks Überlegungen sind abstrakt philosophisch und beschäftigen sich mit Möglichkeiten. Lösungen und Konsequenzen sind nicht ihr vorrangiges Ziel. bert_cooter/97/">Coase-Kostenfaktor
Wie halten das McAfee und Brynjolfsson? Neben den schon angeführten Lösungsvorschlägen führen sie auch noch Robert Solow ins Treffen, der den Wirtschaftsnobelpreis für seine Darstellung bekommen hat "that economic growth does not come from people working harder, but rather from working smarter. That means using new technologies and new techniques of production to create more value without increasing the labor, capital and other resources used."
Work smarter statt harder in neuen Organisationsformen - dazu drängt sich, weil ich auch hier unlängst etwas gelesen habe, der
Und das führt mich wieder zu der Vermutung: Je flüssiger die Integration zwischen einem Individuum und seinen Mitteln, desto geringer sind diese Organisationskosten.
Und schliesslich: Heute wird diese Organisation nie abgeschlossen sein. Es geht nicht darum, die perfekte Organisation zu finden, sondern eine Organisation, die mit verschiedenen Organisationsformen umgehen kann. Und dazu, einmal mehr, ist es unverzichtbar, seine Mittel zu kennen und zu beherrschen - am besten, als seien sie angewachsen…
Social Salon
Der TEDx Vienna Salon im Rahmen des Social Business Summit in Wien brachte soziale Unternehmer rund um Muhammad Yunus auf die Bühne. Einige Speaker mussten sich in Twitter-Diskussionen den Vorwurf gefallen lassen, "carelessly naive" zu sein, andere überzeugten dagegen mir ihrer Präsentation um so mehr.
Neben Yunus selbst, der ausführlich darlegte, dass man auch von Bettlern nicht erwarten kann, bei der sozial Diversifikation ihrer Geschäftstätigkeit gleich auf ihr Corebusiness - das Betteln - zu verzichten, waren das vor allem Architekt Cameron Sinclair und Banker Sava Dalbokov.
Sinclair ist Mitbegründer von Architecture for Humanity, wurde 2006 mit dem TED Prize ausgezeichnet und verfolgt laut Selbstdefinition das Ziel, die Lebensbedingungen von 5 Milliarden Menschen zu verbessern. Er veröffentlichte das Manifest für soziales Design ("Design Like You Give A Damn: Architectural Responses to Humanitarian Crises") und bietet auf der Architecture for Humanity-Platform Designs, Beratung und Unterstützung für praktische Architektur in Entwicklungsländern. Über dieses Netzwerk tauschen rund 50.000 Experten Empfehlungen und Lösungen für günstige Architektur, davon haben bisher über 25.000 Menschen, vor alle auch nach Naturkatastrophen, profitiert. Weiteren Einblick dazu gibt die Video-Seite der Organisation.
Sinclairs Talk war eine rasante Schnellsprecher-Orgie gegen alle Regeln der Präsentationskunst - und gerade deshalb eine spannende Expresstour durch Design, Architektur, Entwicklungshilfe, Erfolgsstories, Korruption und Handwerk. Eine von Sinclairs Kernbotschaften: Innovation besteht nur zu knapp 10% aus der Idee - für die restlichen 90% kommt es auf die Umsetzung an. Und Lösungen zu zeigen, statt sie zu erklären, ist sein bevorzugter Arbeitsstil.
Sava Dalbokov, ehemaliger Generaldirektor der Erste Bank Serbien, Mitbegründer des in Osteuropa agierenden Mikrofinanzdiensleisters good.bee und nunmehriges Vorstandsmitglied der Steiermärkischen Sparkasse präsentierte seine Vision eines Enlightened Capitalism (dabei darf man natürlich auch an Constructive Capitalism denken.
Seine mit kommerziellen und sozialen Businesserfahrungen durchsetzte Karriere brachte Dalbokov zu der Einsicht, dass jedes Business, auch vorwiegend kommerzielles, ein bisschen sozial sein kann - und muss. Sein Konzept einer Caring Company beruht auf vier Grundsätzen: Purpose, Principles, Professionalism, Passion. Profit kam - zumindest in der Präsentation - gar nicht vor.
Allerdings geht es sehr wohl um Business. Nachdem die Grundsätze des Social Business, die in weniger entwickelten Welten mit vergleichsweise kleinen Einsätzen viel bewegen können, gar nicht so leicht auf das überentwickelte Westeuropa umzulegen sind, empfiehlt Dalbokov ein leicht verändertes Rezept auf dem Weg zum Social Business: Such etwas, das dir wirklich wichtig ist - und baue Wertschöpfungsketten rundherum. Nachdem aber auch genau das zu zerstörerischer Kommerzialisierung führen kann, unterscheidet Dalbokov zwei Arten von Wertschöpfungsketten: Stählerne, die robust und berechenbar sind, und seidene, die wandelbar, formbar, und auf ihre Art auch sehr widerstandsfähig sind - und manchmal angenehmer für alle.
Und um all das zu unterstreichen, griff Sava schliesslich zur Gitarre und spielte eine umgetextete Version von The Clashs "Should I stay or should I go now": "Make your Business a bit social". Das Video folgt in Kürze auf der TEDxVienna-Seite… ;)
Über Constructive Capitalism habe ich hier schon öfter geschrieben. Enlightened Capitalism ist eine Schöpfung von Sava Dalbokov, ehemaliger Generaldirektor der Erste Bank Serbien, Mitbegründer des in Osteuropa aktiven Mikrofinanzdienstleisters good.bee...
Doctorows Crashkurs in Kapitalmarktlogik
Ich habe gerade Cory Doctorows "For the Win" gelesen und kann das Buch nur wärmstens empfehlen. Doctorow zeichnet nicht nur beeindruckende Bilder aus Indien, Kalifornien und China, seine Geschichte eines Arbeitskampfs in der Game-Industrie ist auch eine der eindringlichsten und verständlichsten Beschreibungen der Probleme und Risiken des Kapitalmarkt-Wahnsinns.
(pic: Joy Ito)
Doctorows Geschichte von für Geld spielenden Gamern, die ihre erspielten Levels und Assets über große Organisationen an reiche Einsteiger-Gamer weiterverkaufen, beruht auf wahren Entwicklungen: Im Frühjahr 2011 wurden erste Berichte bestätigt, denen zufolge Insassen chinesischer Gefängnisse neben ihrer offiziellen Gefängnistätigkeit nachts noch Games-Zwangsarbeit verrichten mussten: Sie erspielten in World of Wordcraft Assets, die dann von organisierten Gefängniswärtern weiterverkauft wurden.
Doctorow verpackt diese Ereignisse in die Geschichte jugendlicher Gamer, die unter ähnlichen Ausbeutungsszenarien leiden, sich organisieren, und schliesslich die Game-Konzerne mit ihren eigenen Trading-, Hedging- und Securitisation-Waffen zum Einlenken zwingen. - Da isst ein spannender Roman, und zugleich ein anschaulicher Crashkurs zur irren Kapitalmarktlogik. Unbedingt lesenswert.
Bei der Gelegenheit kann ich gleich eine zweite Empfehlung in Sachen Finanzmarkt-Knowhow nachlegen: Viktor Pelewins "Empire V" ist ein Vampirroman, dessen Vampirprotagonisten sich allerdings nicht mehr mit so lächerlichen Dingen wie Blutsaugen abgeben. Sie haben es geschafft, die menschliche Existenz (schliesslich sind Menschen die Züchtung von Vampiren) in das Finanzaggregat M5 zu destillieren, an dem sie sich jetzt berauschen - und um das sie Machtkämpfe führen und Intrigen spinnen.
Pelewins Beschreibung dieser Entwicklung ist ebenfalls finanztechnisch und volkswirtschaftlich lehrreicher als drei durchschnittliche Banking-Lehrbücher…
--> Borgs sind nicht nur virtuell. Aber effizient. from theMashazine.com - Less Bullshit. More Meaning. on Tue, 11/29/2011 - 21:17"Race against the Machine" ist das neue Buch von Andrew McAfee und Erik Brynjolfsson, und das erste Buch, das ich wirklich zur Gänze auf Kindle for iPhone gelesen habe (es gibt keine Printversion). Ich muss sagen - das funktioniert, und ist teilweise s...
Viertes Universalgesetz: Der Medien-Marken-Sprung
Medien sind Marken und Mittel, Marken sind Mittel, Mittel sind Marken oder Medien - dieses Rad lässt sich lange weiter drehen. Was sind jetzt Medien? Diese lange Zeit einfache Definition, die voraussetzte, dass mit Medien Massenmedien gemeint sind, von denen es Zeitung, Radio und Fernsehen gibt, ist ein problematischer und dynamischer Begriff geworden. In der Theorie mag das Probleme in der Begriffsklärung aufwerfen, praktisch gesehen stellt sich die Frage, was bei der Gestaltung von Onlinemedien eigentlich verkauft wird und wie weit der Planungshorizont gesteckt sein muss.
Wovon reden wir, wenn wir "Onlinemedien" sagen? Sind das Webseiten, Emails, Portale, Blogs? Sind das wired.com, yahoo.com oder Boing Boing? Und was ist mit Onlineshops? Social Networks? Und schliesslich der eigenen Online-Persona?
Ein Medium beispielsweise ist Fernsehen. Bewegte Bilder, die über Satelliten, Kabel oder Antennen verbreitet und auf Bildschirmen empfangen werden. In letzter Zeit hat sich die Verbreitung über Internettechnologien dazugesellt und damit nicht nur eine technische, sondern auch eine organisatorische Zusatzfrage gestellt: Onlineinhalte von klassischen Fernsehstationen sind Fernsehen, keine Frage. Aber was ist mit Bewegtbild-Onlinelinhalten anderer Medienunternehmen? Auch das kann als Fernsehen klassifiziert werden, schliesslich entspricht es immer noch dem Broadcasting-Gedanken. Und wie verhält es sich mit Bewegtbild-Inhalten von Anbietern, die nicht den Kriterien des klassischen Medienunternehmens entsprechen? - Hier kommt neben der ursprünglich technischen eine inhaltliche Komponente ins Spiel: Fernsehen hat mit Abläufen zu tun, mit Sendungsformaten, mit Programmgestaltung und gestalteten Inhalten. Es braucht mehr, als ein bewegtes Bild auf einem Bildschirm, um von Fernsehen sprechen zu können. Genau das bedeutet dann, dass auch der unabhängige Medienproduzent diesem Bild gerecht werden kann: Programm- und Formatgestaltung unterliegen keinen Größenordnungen - zumindest nicht vorrangig.
Müssen wir jetzt wieder auf eine technische Unterscheidung zurückgreifen, um wirklich einen Unterschied ausmachen zu können?
Am Beispiel des Internet lassen sich diese Wechselbilder noch abwechslungsreicher durchspielen. "Das Internet" ist ein Medium, so wie "das Fernsehen" als organisatorisch-technischer Komplex ein Medium ist. Von beiden gibt es unterschiedliche technische und kommerzielle Ausprägungen.
Fernsehen existiert allerdings nur, weil es diese technischen und kommerziellen Ausprägungen (also einzelne Fernsehsender) gibt. Ohne diese gäbe es vielleicht die Idee des Fernsehens (oder die Erinnerung daran), aber nicht die Möglichkeit, einen Fernseher einzuschalten und diesen für irgendeine Form der Mediennutzung zu gebrauchen.
"Das Internet" braucht seine technischen und kommerziellen Ausprägungen nicht. Das Medium lässt sich so weit auf eine Technologie reduzieren, dass Medien (als kommerzielle Markenangebote) noch notwendig sind. Auch ohne Facebook, New York Times online, wired.com und sogar ohne Google könnten wir immer noch online gehen - und würden Inhalte finden. Und selbst ohne Inhalte: wir hätten immer noch ein Medium, das wir als Kommunikationsmittel für unsere Zwecke nutzen können. Über "das Internet" können wir mit anderen Menschen kommunizieren, selbst Inhalte publizieren, oder auch nur von verschiedenen Orten und Devices aus auf unsere Daten zugreifen. Heisst: Wir brauchen die anderen nicht. Zumindest nicht zwangsläufig. Und wir sind nicht auf die Großen angewiesen, um brauchbaren Content und ansprechendes Entertainment zu haben.
Was macht dann "das Internet" aus? Die Technik? - Die größten Nutzungs- und Verbreitungssprünge sind auf technische Neuerungen in der Nutzbarkeit (Browser) und in der Gestaltbarkeit (Web 2.0) zurückzuführen.
Oder die Inhalte und Anwendungen? Email und Suche waren jahrzehntelang die unangefochten führenden Onlinetätigkeiten, bevor soziales Networking ihnen den Rang abgelaufen hat. Und seit Facebook neigt erstmals eine große Anzahl von Usern dazu, ein Produkt für "das Internet" zu halten - oder, um auf die Problemstellung zurückzukommen: ein Medium für das Medium.
Wenn Zeitung, Radio und Fernsehen Medien sind, ist dann das Internet auch eines? Sind Social Networks, Blogs, Nachrichten- und Unternehmensportale Medien? Oder gilt diese Begriff nur für konkrete Ausprägungen dieser Mediengattungen? (Den Begriff der Onlinemediengattungen gibt es lustigerweise zumindest für Google praktisch noch nicht). Oder auch für z.B. einzelne Bereiche innerhalb einer Ausprägung einer Gattung, also etwa eine Kolumne innerhalb eines Nachrichtenportals? Und wenn nicht - sind dann Blogs doch keine Medien?
Diese Wortklauberei lässt sich endlos weiterdrehen. Wichtig ist: Die Grenze zwischen Medium und Marke ist nicht fliessend, sondern sprunghaft. Ein und dasselbe Produkt/Medium kann aus der einen Perspektive das sein, aus der anderen das andere. Und dem User ist das ohnehin egal: Er gestaltet über RSS-Reader und andere Aggregatoren seine eigenen Medienformen, nutzt punktuell über Empfehlungen eine Unmenge verschiedener Quellen und macht manchmal sogar so verrückte Dinge, wie teure Papierversionen (mit Versandkosten!) zu kaufen, obwohl er das gar nicht müsste.
Der Medien-Marken-Sprung ist eine wichtige Gesetzmäßigkeit bei der Planung von Medien, Contents und Kampagnen. Die konkrete Sichtweise (Medium oder Marke) bestimmt darüber, ob konkrete Zwecke erkannt werden können, ob die Nutzung als leicht und angemessen empfunden wird, ob das Produkt an sich funktioniert, ob Sinn erkannt oder Techniklastigkeit unterstellt wird.
Technische Medien sind leer und ungefähr so spannend wie ein Overhead-Projektor; Marken machen Lust.
Onlinemedien könne Tool und Marke, Produkt und Werkzeug zugleich sein, sie sind ein Ergebnis und eine Möglichkeit. Was ankommt, ist weniger eine Frage der tatsächlichen Lösung, sondern der gewählten Erklärung - und des Wissens der Zielperson. Es ist der aktuelle Rahmen, der Sinn vorgibt und Nutzen erkennen lässt.
Was heisst das für den Praktiker?
- Es ist notwendig, bei der Konzeption von Onlinemedien immer alles im Blick zu haben. Inhalt, Zielgruppe, Technik, Nutzungsszenarien, Zielsetzungen, Funktionen, inhaltliche, organisatorische und technische Anknüpfungspunkte sind nicht getrennt zu betrachtende Spezialdisziplinen, sondern stehen in stark vernetzten Abhängigkeiten. Es beeinflusst die Wahrnehmung von Inhalten, ob diese lokal oder vernetzt (z.B. über Disquus oder gleich Facebook) kommentiert werden können, Formate, die Aktualitätsbezug suggerieren, werden anders wahrgenommen, als Formate, die gezielt darauf verzichten, auch schlichte Navigationen spielen eine Rolle: Ist das ein in vielschichtigen Verzeichnissen tief strukturiertes Nachschlagewerk, oder in flachen Hierarchien organisierter aktueller, schnell wechselnder Content - oder hat sich einfach noch niemand Gedanken gemacht?
- Es gibt kein Ziel. Zumindest sind wir nie dort. Der ständige Perspektivenwechsel zwischen Produkt und Werkzeug, Kanal und Marke, Ergebnis und Möglichkeit führt dazu, dass jeder Zustand nur ein vorübergehender ist. Oberflächliches Zeichen sind laufende Aktualisierungen, etwas tiefergehend ist die Einbeziehung unterschiedlicher Nutzungsmöglichkeiten: Geht es um Publikation oder Diskussion, um Produktion oder Distribution, um Erzählen oder um Fragen? - Das sind die Anforderungen, denen Mediengestaltung mit generischen Lösungen gerecht werden muss - und die dann doch immer wieder mit einem konkreten Zweck verbunden werden müssen, um nicht nur Verwirrung zu stifen.
- "Ich habs ja nicht so mit Technik, aber…" bedeutet dann vor allem eines: Halt doch die Klappe - oder lern was. Wer bei Mediengestaltung mitreden will, auf sich zur Gänze auf das Thema einlassen; punktuelle, nur aufs Design, auf Formulierungen, auf die Informatoinsarchitektur abzielende Einwürfe sind entbehrlich. Eine Dimension (Text, Design, Interaktion, …) wird immer im Vordergrund stehen, aber wir haben es immer mit dem ganzen Komplex der Userexperience zu tun.
Und schliesslich lässt sich sogar noch Plato bemühen: Medien, meinte er (also alles jenseits des aktuell gesprochenen Worts) haben das Problem, dass sie ohne ihren Autor in der Welt herumirren und sich dort behaupten müssen und fremder Rezeption und Interpretation ausgesetzt sind. Oder frei übersetzt: "Jedes Schriftl ist ein Giftl", wie Lobbyisten und Verkäufer gern sagen - es kann sich immer gegen den einen oder den anderen wenden.
Für den Mediengestalter heisst das: Es gibt keine Selbstläuferkonzepte, die garantiert richtig ankommen. Für den Auftraggeber heisst das: Die laufende Begleitung und Steuerung in digitalen oder Online-Projekten ist nicht nur ein Verkaufsschmäh des Dienstleisters, sondern notwendig. Für den User heisst das: Es ist weniger vorgeschrieben, als manchen lieb wäre…
"Race against the Machine" ist das neue Buch von Andrew McAfee und Erik Brynjolfsson, und das erste Buch, das ich wirklich zur Gänze auf Kindle for iPhone gelesen habe (es gibt keine Printversion). Ich muss sagen - das funktioniert, und ist teilweise s...
Enterprise Social Software und Semantik Web - Meetup
Ich hatte das Vergnügen, beim Semantic Web Meetup im November mit einem Lightning Talk zum Thema Enterprise Social Software einspringen zu dürfen.
Die Hauptthese aus meinem Talk: Nutzen und Entertainment sind die stärksten Motivationsfaktoren bei der Einführung von Social Software im Unternehmen.
Nutzen bringt Top Down Support, ist aber auch für Mitarbeiter ein starkes Argument - schliesslich soll die Arbeit schnell und leicht erledigt werden können.
Entertainment bringt Bottom up Support, ist aber auch umgekehrt ein starker Motivationsfaktor: Durch Unterhaltung(en) entsteht Beteiligung - und das bringt schliesslich Nutzen. Und mehr Beteiligung entsteht durch mehr Unterhaltung(en).
Was sind umgekehrt Hindernisse?
- Mangelnde Vernetzung, unangemessene Selbst- und Fremdbilder und die fehlende Bereitschaft, über den Tellerrand zu schauen und Veränderungen in der eigenen Umgebung in Angriff zu nehmen, sind eine große Gruppe von Bremsern.
- Überzogene Erwartungen sind ein anderes Thema. Die Entmystifizierung von Social Media greift zwar schon um sich, der Ansporn, konkrete Anforderungen zu definieren, ist aber oft noch immer nicht stark genug.
- Das führt zum nächsten Punkt: Der mangelnde Plan - was will ich womit erreichen? - ist einer der größten Risikofaktoren.
Dem können genaue Analyse- und Trainingsprozesse entgegensteuern, wie wir sie mit Mengenlehre.at bieten: Enterprise 2.0- und Social Software-Planungen müssen immer mehrere Dimensionen berücksichtigen. Infrastruktur und eigene Aktionen sind ein Thema, aber nicht das grundlegende Ziel. Das besteht in der Schaffung von Netzwerken, in wertvollem Content - und in Beziehungen, die sich zumindest für eine gewisse Zeit selbst erhalten. Das ist kein stabiler Zustand, das ist ein Ziel, das nie endgültig erreicht werden kann.
Genaue Planungsgrundlagen helfen, vernünftige Lösungen zu planen. Denn der Teufel liegt wie immer im Detail: Es geht nicht um große Ideen ("Wir sollten besser kommunizieren"), sondern um Lösungen ("Wir können das heute so machen"). Darüber geht nur noch eines: Ausprobieren.
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Was war sonst noch los:
Leo Sauermann stellte den Refinder vor, ein semantisches Collaborationtool. Testuser können sich Accounts auf getrefinder.com holen.
Und mit Florian Kondert von der Semantic Web Company hat einmal jemand anderer als ich über Entropie und Flusser geredet…
TEDx Salon beim Global Social Business Summit Wien
Nobelpreisträger Muhammad Yunus spricht beim TEDxVIenna Salon-Event im Rahmen des Social Business Summit am 12. November in Wien.
Ein Nobelpreisträger, ein Astronaut, ein Dokumentarfilmer und eine Reihe von bahnbrechenden Unternehmern - das erste TEDxVienna Salon Event nach der großen TEDxVienna Conference 2011 bringt die klingendsten Namen aus der Social Business-Szene auf eine Bühne.
Neben Muhammad Yunus, der für sein Microfinancing-Konzept … mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, werden zahlreiche Unternehmer und Manager Einblick in ihre weltverändernde Arbeit geben. Der Bogen spannt sich von Sava Dalbokov, Vorstandsmitglied der Steiermärkischen Sparkasse und Mitbegründer des in Osteuropa agierenden Microfinance-Unternehmens good.bee, über Hans Reitz, Masaharu Okada und andere Experten der Grameen Foundation und Grameen Labs bis zu Fionn Dobbin und Cameron Sinclair, die Social Business in auf den ersten Blick wenig soziale Bereiche wie Mode und Architektur gebracht haben.
Für die Perspektive von aussen sorgen Filmemacherin Holly Mosher, die aktuell an einer Dokumentation über Social Business arbeitet, und NASA-Astronaut Ronald Garan.
Das TEDxVienna Salon Event findet im Rahmen des Global Social Business Summit am 12. November im Wiener Grand Hotel statt. Das Programm ist attached, Details und Links zu den Speakern sind auf der Event-Seite veröffentlicht.
Tickets können ebenfalls dort bezogen werden.
Die TEDx Salons sind eine Reihe von Events, die auch neben den großen einmal jährlich stattfindenden TEDx Conferences denTED-Spirit nach Wien bringen.
Die TEDxVienna Conference fand am 22. Oktober statt. Die Aufzeichnungen der Talks werden gerade laufend auf dem TEDxVienna Blog veröffentlicht (http://www.tedxvienna.at/blog/)
Albin Kurti, einer meiner letzten Favourites der letzten Conference:
Über TEDxVienna
TEDxVienna ist eine Plattform zur Etablierung der TED-Kultur in Wien. Social Media-Aktivitäten im Blog auf tedxvienna.at, auf Facebook (http://www.facebook.com/tedxvienna) und Twitter (http://twitter.com/TEDxVienna) halten Interessierte rechtzeitig auf dem Laufenden und sind die Schnittstelle zu TEDx-Organisationen in anderen Städten. TEDx-Salons sind Events im kleineren Rahmen, die der Community regelmässig Gelegenheit zum Netzwerken bieten, TEDxAdventures werden neugierige Geister raus aus ihrem Alltag und hin zu Erfahrungen mit neuen Technologien und Ideen bringen - direkt vor Ort, dort, wo Innovationen stattfinden. Gozman: "Bei TED geht es nicht nur um das Event. Unser Ziel, und das Ziel der weltweiten TEDx-Bewegungen ist es, den offenen Wissensaustausch zu zelebrieren." TEDxVienna soll das Forum für branchenübergreifende Kontakte mit hoher Innovations- und Veränderungskraft werden - auch und gerade in Österreich.
http://www.tedxvienna.at
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