Querulanten mit Sleeptimer

Ich drehe abends oefters den Fernseher auf - nicht weil mir fad ist, sondern damit mir fad wird.
Beim Notebook oder bei Buechern zu bleiben wuerde mich nachhaltig davon abhalten, abschalten und schlafen zu koennen.
Wobei ich dem Fernseher gegenueber unfair bin: Ich gebe ihm selten eine Chance, seinen Charme und seine unterhaltsame Seite auszuspielen: ich zappe selten und hoere trotzdem nicht hin.

Dem liegen verschiedene Levels von Aufmerksamkeit und Beschaeftigung zugrunde - was ist staerker: Aktivitaet, Inhalte, die mich interessieren, oder das passive Element, das ich auch dann zu mir lasse, wenn ich muede bin, Rueckzug suche und eigentlich nicht alles und jeden mehr zu mir lassen sollte.
Ruhe, das Beduerfnis nach Ruhe wird oft mit Laerm erfuellt - irgendetwas Ablenkendes ersetzt Ruhe. Und weniger zu machen, ruhig sein zu koennen, wuenschen wir uns dann, wenn wir immer mehr machen: Statt einfach aufzuhoeren, fangen wir etwas neues an, tun mehr, damit wir dann - nachher - aufhoeren koennen.

Vielleicht ist das ein schoener Ausgangspunkt, um einmal uber Verschwoerungstheorien, Suggestion, Manipulation und Hartnaeckigkeit nachzudenken:
Was sagen Verschwoerungstheorien ueber Denkweisen und Voraussetzungen?
Was beeinflusst uns wirklich?
Und warum kommen auch Suderanten und Querulanten, die immer wieder planlos um das gleiche jammern, trotzdem immer wieder - und das oft nachhaltig - ans Ziel? Sind sie in Wahrheir Meister der hochrepetitiven Suggestion? Wie haengengebliebene Schallplatten? Oder mit Sleeptimer laufende Fernseher? Der Rest ist eine andere Geschichte...

Statt Fernseher laufen, gerade TweetDeck gezappt

Bin gerade über Twitter auf diesen Post gestossen. Nette Selbstbeobachtung. Ermuntert mich, versöhnlicher mit dem Fernseher zu sein, und dem Device mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Den Gedankensprung zu Verschwörungstheorien und Suggestion kriege ich nicht mehr mit, vielleicht bin ich schon zu fernsehreif.
Hängen geblieben ist mein Auge an dem Satz: ... statt einfach aufzuhören, fangen wir etwas Neues an ... . Das dachte ich schon oft in Selbstbeobachtung: Wenn mir die neuen Web-Tools die Arbeit leichter machen und Zeit sparen, dann fange ich mit der gewonnen Zeit etwas Neues an ... zu Arbeiten. Das muss aufhören, im nächsten Jahr. In diesem oder anderem Sinne, Ihnen Frohes Neues Jahr!

...es liegt an der Beharrlichkeit

Den suggestiven Charakter von Verschwoerungstheorien sehe ich in ihrer stumpfsinnigen Beharrlichkeit: Oft genug den gleichen Unsinn sagen, dann glaubt es irgendwer...
Müsste aber noch mal genauer untersucht werden.

Viel Erfolg bei dem Vorhaben - mal sehen wie weit wir damit kommen... :)