Kosten und Nutzen: Parameter
Kosten und Nutzen entstehen in Online-Medien auf unterschiedlichen Ebenen. Die Nutzenpalette kann etwa vom komplett sponsoring-finanzierten Special-Interest-Medium bis zur firmeninternen Reiseantrags- und -genehmigungs-Applikation, die ihren Nutzen in vereinfachten Ablaeufen, verkuerzten Wegen und einer reduzierten Fehlerquote bringt, reichen.
Die Kostenpalette erstreckt sich von Infrastruktur-Investitionen in Tools und leistungsfaehige Hardware ueber Forschung und Tests zur Optimierung von Ablaeufen bis hin zu Kosten fuer besonders spannende Inhalte oder attraktive Redakteure.
Planung und Knowhow für Kostenkontrolle
Zusammenhaenge und Auswirkungen sind dabei keinesfalls fix. Aus diesem Grund ist vor der ersten detaillierteren Kostenschaetzung immer auch eine detaillierte Planung von Funktionen und Zielgruppen notwendig.
Einige Beispiele:
- Personalisierungsfunktionen, registrierungspflichtige Bereiche koennen massiven Einfluss auf die benoetigte Rechenleistung und damit auf die Infrastrukturkosten haben – auch wenn die Entwicklungskosten vielleicht nicht do dramatisch steigen.
- Kostenpflichtige Bereiche, die Einfuehrung von Closed Usergroups sind oft kein grosser Entwicklungsaufwand – sie erfordern aber eine ausfuehrliche Konzeptionsphase.
- Designaenderungen sind immer moeglich – ziehen aber (fast) immer auch funktionale Aenderungen und damit zusaetzlichen Aufwand in der Programmierung nach sich.
- Das genaue Verhalten von einzelnen Contenttypen wird erst durch detaillierte Planung sichtbar; von Standards abweichende Details sind es auch, die die groessten Kosten verursachen.
Planung ist die erste Voraussetzung, um sinnvolle businessrelevante Entscheidungen treffen zu koennen; die zweite ist Knowhow: Technische Loesungen koennen nur mit einem gewissen Verstaendnis bewertet werden, Make-or-Buy-Entscheidungen koennen nur dann getroffen werden, wenn die Alternativen und ihre Konsequenzen bekannt und erlebbar sind. Aus einer rein zahlenorientierten Vogelperspektive sind alle Varianten gleich; so koennen keine Entscheidungen getroffen werden.
Die Bewertung von Hebelwirkungen erfordert ebenfalls sachliches Verstaendnis – und ist von grosser Bedeutung fuer die Steuerung von Kosten und Nutzen. So sind Usability-Tests nie eine schlechte Sache – bei sehr einfachen Anwendungen fuer kleine, spezialisierte Usergruppen muss deren Aufwand allerdings in Bezug auf die Kosten betrachtet werden. Umgekehrt koennen sich bei sehr grossen, unspezifischen Nutzergruppen – das betrifft oft etwa E-Commerce-Anwendungen oder Intranets – auch sehr kleine Probleme und deren Behebung massiv auswirken. Die Behebung eines Problems, das in der taeglichen Anwendung einen Umweg von 30 Sekunden (und Aerger) verursacht hat, kann in einem Unternehmen mit zehntausend oder mehr Mitarbeitern grosse Mengen an Arbeitszeit und Energie freischaufeln; die Behebung von Inkonsistenzen in “Zurueck”- und “Weiter”-Buttons kann den Bestellprozess in E-Commerce-Anwendungen um ein Vielfaches beschleunigen.
Folgekosten von Versaeumnissen sind nicht steuerbar
Parameter zur Steuerung von Kosten und Nutzen, die ueber die Betrachung direkter Einnahmen und leicht erfassbarer laufender Kosten (Betrieb, Produktion, Personal) hinausgehen, brauchen einen direkten Zusammenhang zu Strategie und Werten des Unternehmens; das gilt fuer Medienunternehmen ebenso wie fuer Unternehmen aus anderen Branchen, die Medien zu Kommunikations- und PR-Zwecken einsetzen. Die Faehigkeit, Medien, die Funktionsweise von neuen Online-Medien, inhaltlich und auch technisch zu verstehen, wird damit zu einer wichtigen Voraussetzung auch fuer generelle Fragen der Unternehmenssteuerung; Ausnahmen, die ihren Weg alleine gehen, werden seltener.
Denn ein Punkt, der vor allem fuer den PR-Einsatz von Medien relevant ist, wird hier nicht beruehrt: Wie hoch sind die Folgekosten von Versaeumnissen? Das ist eine Frage, die in allen ROI-Betrachtungen diskutiert wird – und meist erst im Ernstfall, wenn wirklich etwas schiefgegangen ist, das Unternehmen unter Beschuss steht und a href="/socialmedia/netzwerke">Netzwerke, Vertrauen und direkte Kommunikationsmoeglichkeiten fehlen, beantwortet werden kann.




