Frühstück mit iPhone

Blogparaden heissen in der Schweiz Blogcarnival. Andrea Back und Jochen Robes rufen in ihrem Wissenswert-Blog zum Carnival Nr. 20 rund um veränderte Lesegewohnheiten.
Bei mir hat sich einiges verändert – seit vor drei Jahren Smartphones in mein Haus eingezogen sind, gehört das Frühstück mit iPhone zum Alltag: Und dabei lese ich vor allem wieder Fertigmedien-Angebote. Erste Adresse sind die Apps von nationalen und internationalen Tageszeitungen, die einen gut verdaulich portionierten Überblick bieten. Feedreader dagegen nutze ich am Smartphone kaum. Das liegt einerseits an den Medien selbst – die meisten Links aus den RSS-Feeds führen weniger zu Smartphone-optimierten Anwendungen, sondern zu browserbasierten Webseiten -, andererseits an den Inhalten: Meine Feeds enthalten kaum Nachrichten, sondern fast ausschliesslich fachliche Quellen. – Feedreader sind unterwegs oder im Büro über den Laptop meine bevorzugten Lesequellen.
Social Networks nutze ich, bevorzugt über mobile Geräte, auch als Informationsquellen und Trendradar zwischendurch: Welche Themen tauchen gerade auf, wer beschäftigt sich womit?
Tablet PCs haben sind in meinem Haushalt bis dato noch an ganz banalen Dingen gescheitert: Ich wohne auf dem Land, die 3G-Anbindung ist schlecht und gerade im Wohnzimmer funktioniert das WLAN eher schlecht. Damit fällt das Hauptargument – lean back surfen – weg, und überall anders, im Arbeitszimmer oder auf der Terrasse, habe ich lieber auch ein “echtes” Arbeitsgeräte dabei.
Seit ich mehr digital lese und mich dabei auch wieder mit traditionellen Medien beschäftige. leiste ich mir oft auch den gezielten Luxus von Papiermedien. Ich kaufe deutlich mehr als noch vor fünf Jahren, wechsle die Magazine aber laufend und versuche, neue Blickwinkel, neue Redaktionen, neue Wege zu entdecken. Ein Ausflug zum Zeitschriftenhändler alle paar Wochen fällt eindeutig unter Luxus (schliesslich kosten zwei Magazine oft auch mehr als ein Monat Internetanschluss).

Was ich mir wahrscheinlich nicht so schnell abgewöhnen kann und will, sind Bücher aus Papier. Auch das ist ein Zeichen von Luxus: Mit einem Buch kann man nichts anderes machen als lesen; man kann nicht schnell noch ein paar Notizen machen oder kurz was googlen oder die Mailbox oder den Feedreader prüfen. Diese Art von Konzentration ist Luxus, der leider fast ausschliesslich Urlauben vorbehalten ist. – Obwohl ich Ebooks und Kindles durchaus praktisch und legitim finde. Auf meinem iPhone ist auch die Kindle-App installiert – dort habe ich aber noch nie was gelesen…

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