Wozu wollen wir überhaupt etwas verstehen?
Nach fast sechs Monaten habe ich Dogen Zenjis Shobogenzo einmal durchgelesen. Der manchmal predigende, manchmal philosophische Text ergeht sich manchmal in Anspielungen, manchmal in klaren Darlegungen, manchmal in rationaler Argumentation, manchmal in Wendungen, die kaum nachvollziehbar sind, aber dennoch schluessig sind.
Geradezu erschreckend ist manchmal die Praezision, mit der Dogen bei der Sache ist. Fehlt in jahrhundertealten Ueberlieferungen ein Wort? Ist das wichtig? - Nichts wird vernachlaessigt, nicht ist verschwommen.
In der Reflexion ist keine Spur von Unschaerfe - ein Vorwurf, mit dem Zen oft abgekanzelt wird. Spannend wird dann die Interpretation, die Schlussfolgerung: Varianten werden aufgezeichnet, hinterfragt, bestaetigt, in Frage gestellt, verworfen, ins Gegenteil verkehrt - dafuer braucht Dogen oft nur wenige Zeilen.
Das koennte den Eindruck erwecken, dass ohnehin alles beliebig, egal ist. - Warum laesst sich das nicht einfach hinnehmen, als einer der Fixpunkte, dass eben nichts fix ist? Weil auch das mit wenigen Worten hinterfragt, ins Gegenteil verkehrt, in Einzelteile zerlegt wuerde…
Stellt sich nur die Frage: Warum wollen wir ueberhaupt etwas wissen und verstehen? Warum nicht mit der Beliebigkeit zufrieden sein? Wo ist der Friede bei der andauernden Infragestellung? Weiss ich denn schon, was ich verstehen moechte?
Ein Leben, das Zen ernst nimmt, aehnelt eine hartnaeckigen Midlife-Crisis: Du sollst in jedem Moment verstehen, dass du immer schon alles bist, was du jemals sein wirst. Das kann beruhigend sein, manchmal beaengstigend. Koennen wir also aufhoeren, irgendetwas zu tun? - Wohl erst dann, wenn wir uns wirklich mit dem, was wir sind und haben, zufriedengeben koennen. Ohne Ausreden, Hintergedanken und Relativierungen. Dazu brauchen wir nichts tun - wir muessen es nur verstehen…
Huebsches Paradox, fuer uns Aussenstehende…
Und eine spannende Perspektive im Themenkreis Micropublishing...
Universalgesetz Nr.5: Entropie - Immer mehr Menschen reden immer
from theMashazine.com - Less Bullshit. More Meaning. on Thu, 01/19/2012 - 18:17Ich hatte jetzt lange genug Spass mit den sogenannten Universalgesetzen für Onlinemedien. Zeit, zu einem Ende zu kommen. Und deshalb das fünfte und derzeit letzte Gesetz: Immer mehr Leute reden immer öfter vom Gleichen. Das ist einerseits gut, weil för...
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