Nutzenfaktoren in Online-Medien

Nutzen von kommerziellen Unternehmen besteht darin, Gewinn zu erwirtschaften. Das kann direkt geschehen – als Umsatz, Werbeeinnahmen oder in Form von Sponsoringeinnahmen.
Einnahmen steigen ueber Verkaufszahlen, Stueckzahlen, Reichweite, oder auch ueber den Preis.

Andere Nutzenformen bestehen in Effizienzsteigerungen: Das kann sich auf interne Ablaeufe beziehen, oder auch auf die Nutzung, vor allem in internen Medien: Kuerzere Wege zur Information, bessere Trefferquoten bei Suchen, weniger iIrrlaeufe in missverstaendlichen Navigationen sparen Arbeitszeit der User – und setzen so Zeit und Potential frei.

Medien als Werkzeuge lösen Medien als Produkte ab


Diese Perspektiven legen einen Begriff von Medien als Produkten zugrunde: Inhalte werden entworfen, recherchiert, erstellt, produziert und verteilt; an diversen Stellen und in unterschiedlichen Groessenordnungen und Branchen laesst sich daran verdienen.
Die Verbindung von Inhalten mit einem bestimmten Produkt, die Verbindung von Inhalt, Idee und Traegermedium zu einer Marke, wird zusehends aufgeweicht.
Onlinemedien habe sich erst von der Idee der regelmaessigen Ausgaben verabschiedet, anschliessend die Eindimensionalitaet der Kommunikation in Frage gestellt (einer redet, die anderen hoeren zu), und schliesslich die Verbindung zu Inhalten immer weiter in den Hintergrund treten lassen: Zur Zeit bestimmen nicht die Inhalte, was wir – oberflaechlich betrachtet – an einem Online-Medium gut finden, es sind dessen Funktionen, Zukunftsperspektiven und potentielle Erfolgsstories.
Medien werden wieder eher als Technologie betrachten, als Funktion, eben als Transportmedium. Deren Inhalte bleiben den Usern selbst ueberlassen.
Das ist eines der Prinzipien von Social Media: Diese sind grundsaetzlich Werkzeuge. Wofuer sie eingesetzt werden, bleibt dem User ueberlassen. Sie lassen sich nur nicht verkaufen – denn sie gehoeren dem Produzenten (der in diesem Fall gleichzeitig der Anwende ist) nicht.

Vertrauen als neue Maßeinheit von Nutzen


Das bedingt eine andere Sicht auf Nutzen: Nutzen besteht in der Bildung von Beziehungen, im Schaffen von Bindungen. Deren Waehrungen sind Bekanntheit, Vertrauen – und auch der Grad an Vernetzung und die Intensitaet an Rueckmeldungen.
Reichweite alleine sagt wenig aus, Beteiligung von Usern ist ein staerkerer Indikator. Die qualitativ zu erfassen (oder das dadurch entstehende Vertrauen quantitativ messbar zu machen) ist eine grosse Herausforderung fuer kuenftige Analysetools.

Um die Nutzenfaktoren von neuen Online-Medien verstehen zu koennen, ist es wichtig, sich deren qualitative Veraenderungen vor Augen zu halten: Medien verkaufen heute nicht mehr Inhalte oder Anzeigenplaetze, sie sichern dem Betreiber nur einen Platz im sichtbaren Bereich, eine Stimme in der allgegenwaertigen Geraeuschkulisse. Neue Online-Medien, Social Media, gleichen eher einem Schaufenster oder einem Firmenschild als einem Magazin oder Folder. Das rueckt sie in die Naehe von Werbung – um ueberleben zu koennen, muessen sie aber weit mehr bieten.

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