User-Kommentare
Userkommentare sind eine der fruehesten Formen von Userbeteiligung: User koennen in verschiedenen Medien (Blogs, Wikis, Portalen, Shops) Kommentare zu Artikeln, Produkten oder anderen Contenteinheiten schreiben, teilweise auch untereinander diskutieren.
Dadurch entstehen Beziehungen zwischen Autor/Produzent und User, User und Produkt und zwischen User und User. Diese Beziehungen koennen sich verselbstaendigen; Diskussionen finden oft auch schnell losgeloest vom eigentlichen Ursprung und vor allem vom urspruenglichen Produzenten statt. - Es ist nicht mehr der Autor, der das letzte oder lauteste Wort hat.
User-Kommentare - zwischen Zensur, Anonymitaet und Moderation
Uebliche Herausforderungen beim Einsatz von Userkommentaren sind
- Anonymitaet: Registrierungsprozesse (und das Bewusstsein, nicht anonym zu sein) reduzieren die Zahl an diskutierenden Usern sehr oft sehr deutlich; anonyme Kommentarmoeglichkeiten fuehren dagegen praktisch immer zu Untergriffen, einem Tonfall unter der Guertellinie und damit bald zur Infragestellung der gesamten Kommentarmoeglichkeit. Die Diskussion um Anonymitaet beeinflusst aus manchen Perspektiven den Stellenwert von Online-Medien pauschal. Dem ist entgegenzuhalten, dass – technisch betrachtet – User in Online-Medien auch ohne Registrierung generell weniger anonym sind als in anderen Medien – es kann nahezu immer rueckverfolgt werden, wer wann was online gemacht hat. Dennoch empfehlen sich zumindest einfache Registrierungsprozesse; Nicknames foerdern ueberdies die Dikussionsbereitschaft von Usern: User bekommen so Identitaet und koennen gezielter Beziehungen aufbauen.
- Moderation: Die Moderationsfrage geht mit der Anonymitaetsfrage einher. Sollen Kommentare sofort ungeprueft online gehen oder soll es eine inhaltliche Ueberpruefung durch einen Redakteur oder Community-Manager geben? Bei anonymen Kommentaren wird der Anteil ueberpruefungsbeduerftiger Inhalte hoeher sein; registrierungspflichtige Kommentarfunktionen dagegen reduzieren den Datenmuell etwas, ermoeglichen das Sperren auffaelliger User und erlauben die gezielte Suche nach Beitraegen von bestimmten – ueblicherweise verdaechtigen – Usern. Moderation kann in verschiedenen Auspraegungen eingesetzt werden: Beitraege koennen gesperrt oder ueberarbeitet werden, sie koennen sofort oder laufend ueberwacht werden, Moderation kann auch auf Zuruf, etwa durch Beschwerden anderer User, geschehen.
- Spam:Spam bedeutet den Missbrauch von Kommentarmoeglichkeiten, um massenhafte oder unpassende Werbebotschaften abzusetzen. Registrierungspflichtige und moderierte Kommentarfunktionen sind eine Moeglichkeit, Spam auszuschliessen, auch technische Huerden wie das Ausschliessen von Links in Kommentaren oder das verpflichtende Ausfuellen bestimmter Formularfelder (was automatisierte Beitraege ausschliessen soll), sind bewaehrt.
- Nutzen: Kommentare werden zwar vom User verfasst, verursachen aber dennoch auch dem Medienbetreiber viel Aufwand. Daher laesst sich auch die Nutzenfrage stellen – wie ist dieser Aufwand gerechtfertigt? Um Theorien wie engere Bindung der User und Kunden, Wahrnehmung von Feedback, Einbindung von Ideen ueberpruefen zu koennen, haben sich semantische Analysetools entwickelt, die nicht nur feststellen koennen, welche Begriffe verwendet werden, sondern vor allem in welchen Zusammenhaengen und in welcher Bedeutung.
Kommentare sind ein schneller und vergleichsweise guenstiger Kanal, um Rueckmeldungen von Usern zu bekommen und auch die Interaktion von Usern untereinander zu beobachten.
Aus Userperspektive sind Kommentare eine Moeglichkeit, im kleinen mitzugestalten, aber auch, auf sich selbst aufmerksam zu machen: User koennen Kommentare nutzen, um etwa auf eigene Medien, eigene Blogs zu linken, oder sich selbst mit anderen Inhalten ins Gespraech zu bringen. Die Repraesentationsfunktion von interaktiven Medien ist auch hier wichtig (und traegt ihrerseits dazu bei, die durch Anonymitaet befuerchteten Nachteile zu reduzieren).




