Microblogging
Microblogs dienen grundsaetzlich der Beantwortung nur einer Frage: “Was machst Du gerade?”
Texte von etwa der Laenge eines SMS koennen chronologisch aneinander gereiht werden; so wie Blogs sind auch Microblogs eine Variante, lineare Inhalte – einen nach dem anderen – mit einfachsten Mitteln zu veroeffentlichen.
Microblogs als Netzwerk
Im Gegensatz zu Blogs bieten Microblogs keine Kategorisierungs- oder Taggingmoeglichkeiten, ueber das Prinzip des Following koennen aber ebenfalls Netzwerke geschaffen werden: Ein User kann einem anderen folgen, das bedeutet, dass er dann auch dessen Updates lesen kann, sobald die Microblogseite aufgerufen wird.
Damit schaffen Microblogs ein Netzwerk, dass einer grossen, nicht raeumlich gebundenen Gespraechsrunde gleicht: Jeder kann posten und die Posts seiner Freunde lesen – in Summe ergibt das ein grosses Stimmungsbild der postenden Runde. Wer macht gerade was, wer erzaehlt wovon, was gibt es fuer Plaene oder Neuigkeiten. Rueckfragen oder persoenliche Gespraeche koennen ueber direct-messaging-Funktionen, in einigen Tools auch ueber private Nachrichten abgewickelt werden.
Damit eignen sich Microblogs etwa dazu, groessere Gruppen zu organisieren. Die Vorteile gegenueber Email sind auch hier:
- es muss nicht jeder Empfaenger einzeln angesprochen werden
- die Posts bleiben nachlesbar; Empfaenger muessen sie nicht archivieren und koennen sie nicht verlieren
- Empfaenger entscheiden selbst, wann sie was lesen
Interne Microblogs: Twitter und Freunde im Intranet
Im unternehmensinternen Einsatz koennen Microblogs etwa angewendet werden, um mit geringem Aufwand ein Stimmungsbild des Vorstands zu zeichnen: Vorstandsmitglieder koennen in einer fuer alle lesbaren Gruppe posten und sorgen so fuer aktuelle, hautnahe Mitarbeiterinformation. Die persoenliche Komponente ist ebenso vorhanden wie bei Blogs, allerdings kann weit schneller und mit noch weniger Aufwand veroeffentlicht werden – bei den 140 Zeichen langen Microblogs sind auch weniger strenge redaktionelle Qualitaetskriterien anzuwenden.
Viele Microblog-Anwendungen koennen ueberdies auch per Mail oder SMS befuellt werden, es kann also auch mobil ohne Arbeitsplatz oder Laptop veroeffentlicht werden.
So wie Blogs lassen sich auch Microblogs zu PR- oder Marketingzwecken einsetzen. Gerade das Prinzip des Following fuehrt dazu, dass Microblogposts oft sehr grosse Zielgruppen erreichen: Marketing- oder PR-Spezialisten oder interessante Personen erreichen mehrere zehntausend Followers, und diese haben ihrerseits selbst wieder Followers. Dadurch erreichen in einem guten Netzwerk platzierte Botschaften einen ungeheuren Replikationsfaktor; Links in Microblogposts koennen auch sehr gezielt eingesetzt werden, um Traffic in anderen Anwendungen zu erzielen.
Zur Effizienz- und Erfolgsmessung von Microblogs entstehen verschiedene Ansaetze (Twinfluence), die vor allem auch die Replikationsfaktoren miteinbeziehen.




