Stimmen für die Au - Natonalpark March Thaya

Mit Hund, Pferd und Mountainbike fühle ich mich, gemessen an der Zahl der Verbotsschilder, die mit an einem Wochenende begegnen, durchaus als Public Enemy #1 in Pröll-Country, aber manche Verbote machen Sinn: Der WWF kämpft für die Errichtung eines weiteren Nationalparks in den March-Thaya-Auen. Von lokalen Bürgermeistern wird dagegen argumentiert, dass das unter anderem Einschränkungen bei der flächendeckenden Gelsenbekämpfung mit sich bringen wird und dass das nachteilige FOlgen für die wirtschaftliche Entwicklung der Region haben kann.

Was in der Au lebt, zeigt das aktuelle WWF-Video sehr schön. Was die Gelsenbekämpfung betrifft, gibt es andere Meinungen. Und was die wirtschaftliche Entwicklung im ehemaligen Ende der Welt betrifft, ist sanfter Öko- und Nachhaltigkeitstourismus wohl noch eine der plausibelsten Chancen.
Dazu braucht es allerdings ein grösser angelegtes Konzept, das den Nationalpark nicht nur auf das Gestrüpp innerhalb seiner Grenzen reduziert, sondern um ihn herum eine ganze Region schafft.
Die Nationalpark-Gemeinden im Nationalpark Donauauen zeigen seit Jahren vor, wie man es nicht macht:

  • Potentielle touristische Grossprojekte werden so aufgesetzt, dass sie dem Projektleiter und dessen Familie gute JObs bieten, aber wenig Ergebnisse liefern.
  • Statt die einzige im Überfluss verfügbare Attraktion, die auch zahlungskräftige Zusiedler anzieht, - die freie Landschaft - zu schätzen und zu erhalten, werden immer noch Grünlandzonen rund um Ortskerne mit leerstehenden Häusern in Bauland umgewandelt. Und mit fadenscheinigen Auflagen versehen, sodass sie zufällig für die Kinder der handelnden Gemeinderäzte am billigsten sind.
  • Und man lässt sich Genossenschaftsbunker, die in fünf Jahren, wenn sie einmal abgewohnt sind, niemand mehr wird haben wollen, von findigen Bauträgern als Beitrag zur Dorferneuerung verkaufen.
  • Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs bleibt vollkommen auf der Strecke: Seit bald zehn Jahren wird keine der vorhandenen Bahnstrecken nördlich der Donau und südlich von Leopoldsdorf mehr benutzt; die Bahnhöfe verfallen und verwuchern friedlich (im übrigen grossteils auch, ohne genutzt zu werden). Der Postbus verkehrt maximal fünf Mal täglich.
  • Trotzdem wird damit argumentiert, Lebensraum für Einkommenssschwache und vor allem junge Familien schaffen zu wollen. Dass nicht nur die Mieten meist teurer sind als in der Stadt und dass die Erhaltung der Mobilität pro Familie drei bis fünfhundert Euro monatlich kostet, fällt unter den Tisch.

Den Osten Österreichs von Nationalparks (Thaya-March-Donau) umgeben zu lassen und das Land dazwischen in eine Wirtschaft jenseits von Schottergruben und Lagerhallen zu entwickeln, ist eine der wenigen Zukunftsperspektiven. Die Alternative ist, die Region in ein einzige grosse Vorstadt zu verwandeln - wie schon im Westen und Süden geschehen. - Dort gibt es sicher noch freie Reihenhäuser für die, denen das gefällt.

Deshalb ist es wichtig, die Unterschriftenaktion des WWF zu unterstützen.
Und deshalb stelle ich jetzt auch das als Spassprojekt gegründete Modeimperium (... :)) In Dust and Dirt in den Dienst der Sache. Alle Erlöse aus dem T-Shirt-Shop gehen an den WWF: Wir sparen auf zusätzliche Patenschaften für Seeadler, Bären, und ein paar Wölfe hätte ich bitte auch noch gern.

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