Museumsquartier: Wie schön, dass Aufregung noch funktioniert...

Achja Museumsquartier. Ich war da ein paar Mal. Und auf Facebook bin ich auch manchmal.
Aber von dem aktuellen Sturm der Entrüstung auf der übernommenen Facebookseite (mit mittlerweile beachtlicher Coverage (siehe Linkliste) habe ich eigentlich erst nur von Social Media- oder anderen Kommunikationsexperten gehört.
Das kann mehrere Gründe haben.

  • Jeder ist Social Media-Experte. Sowieso. Und unter meinen Facebook-Bekanntschaften mag dieser Anteil noch einmal etwas höher sein.
  • Jeder weiss es besser/fühlt sich betroffen/hat etwas dazu zu sagen.
  • "Ich sag's gleich, ich war's nicht…"

Ein paar Mal habe ich fasziniert auf die Pinnwand geschaut (hat irgendwer die Postings gezählt? oder den Stundenkommentarschnitt gemessen?), dann musste ich mich aber doch fragen, was hier auf dem Spiel steht.

  • Die Fans? Weniger. Die Seite hatte etwas über 25.000 Fans und hat sie immer noch.
  • Geld? Wessen? Wer soll hier an wem verdienen? Hat jemand ein konkretes Geschäftsmodell für FB-Seiten mittlerer Größe? Bitte melden!
  • Bezahlung? Anscheinend auch nicht. Es wird zwar oft unterstellt, dass MQ dem alten Seitenbetreiber nicht geben wollte, was der verlangte (eh ein Pappenstiel); es scheint aber eher unglückliche Überschneidungen gegeben zu haben, die eine Einigung in der richtigen Reihenfolge verhindert haben.
  • Reputation, Publicity? - was soll man da noch sagen…

Ich stell mir gerade vor, das wäre kein Kulturbetrieb, sondern eine Old School-FMCG- oder Industrie-Brand, die jemand digital gekapert hätte. Eine unblutige Rückeroberung ohne Klagen, sogar mit einem eindeutigen Friedensangebot vorab - und alle wären glücklich. Und wenn nicht, dann würde in Kürze vermutlich jemand aufstehen und erklären, dass er mit dem Verlauf der Kampagne höchst zufrieden sein, dass er die Auseinandersetzung mit der Community sehr schätze, viel lernen werde, und dass die impactstarke Entwicklung diese Massnahme das Zeug habe, zur nachhaltigsten Kampagne der Unternehmensgeschichte aufzusteigen.

Einmal mehr zeigt sich das eherne Gesetz der Usability: Alles ist immer ganz einfach. Aber nur so lange, bis man etwas bestimmtes erreichen möchte. (Das bezieht sich vor allem auf Auswege aus diesem Dilemma.) Und deshalb ist es manchmal vernünftiger, nix zu wollen und zu warten, bis die Sache vorüber zieht… - oder will in dieser Sache noch irgendwer irgendwas Konkretes?

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