Digital Shift

Universalgesetze 3: Gelassenheit und Allmacht - Es gibt keinen Grund, nicht alles zu wissen

Eingriffe hinterlassen keine Spuren. - Digitale Medien haben ein ambivalentes Verhältnis zu Sicherheit, Wiederholung und Reparaturen: Einerseits wird oft alles getrackt, versioniert und gespeichert, andererseits gibt es (fast) immer die Möglichkeit, Schritte rückgängig zu machen, von vorne anzufangen, anders zu machen - als sei nichts gewesen.
Das ist ein technisches Phänomen (eine digitale Kopie unterscheidet sich nicht vom digitalen Original), eines von Netzwerken und Wissen (die nächste Informationsquelle ist nicht weit - man muss sie nur anzuzapfen wissen) und ein organisatorisches, oder eines unseres Selbstverständnisses: Verstehen wir es als unsere Verantwortung, Dinge (Prozesse, Geschäfte, Teams) zum Laufen zu bringen, oder sagen wir: "Das funktioniert nicht."
Als drittes Universalgesetz für Onlinemedien formuliert heisst das: Es gibt keinen Grund, nicht alles zu wissen.

Wachablöse in der Medienmafia? Oder Paralleluniversen?

Wenn sich die alte Gang vor der neuen Gang fürchtet, gibt es irgendwann mal den Punkt, an dem man miteinander redet und einmal abklären möchtem, ob es wirklich so schlimm ist.
Blöd nur, wenn die neue Gang gar keine Gang und auch keine Mafia ist, sondern etwas ganz anderes , vielleicht grösseres, vielleicht kleineres, aber nichts, in dem die gewohnten Ziele und Gesetze gelten.
So ähnlich muss es abgelaufen sein, als sich die Camorra mit den Triaden beschäftigen wollte und stattdessen von Turbokapitalisten überholt wurde, so ähnlich lief es gestern bei der vom Standard veranstalteten Diskussionsrunde "Was sollen Blogger, was dürfen Blogger ab".

Medienmesserwetzen

Die Konferenzsaison schlägt voll durch; und schon habe ich wohl einiges verpasst. Während ich erst beim Future Network in Zürich mit Moshe Rappaport von IBM Research über Digital Shift und Smart Planets reden durfte (ja, auch das hat mit Social Media zu tun) und dann bei Intranets at Work in London meinen missionarischen Ansatz ("Give things meaning", "Work with purposes, not Tools") auf die Insel brachte, konnte ich die Twitterschlachten rund um die Medientage und das Symposium Digitales Managen leider nur aus der Ferne beobachten.

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